Donnerstag, 29. November 2012

Kräuterflädle - eine erfrischende Suppeneinlage

Herbst.

Draußen wird es früh dunkel.

Regen trommelt an Fenster, wie nervöse Finger, die in immer gleichem Rhythmus ihre ewig triste Weise spielen. Nebel wallt in Schwaden über das Land und lässt Gespenster erstehen. Wabernde Gestalten, die graue Spannung schaffen.

Kräuterflädle

Feuchtigkeit streckt ihre klammen Finger aus, um uns unheimlich und gruselig unter Kleider und Haut zu streichen. Glitschig umklammert sie unsere Knochen. Dringt vor, bis ins Mark.

Melancholie breitet sich aus, nimmt Geist und Seele in Beschlag.

Gruselwetter ist draußen.

Huuuaaahhh !!!

Wie gerne kommt man da nach Hause, in eine geheizte Stube und wärmt sich an einem Teller kräftiger Suppe?

Wie schaurig schön mundet es da Leib und Seele, sich ein paar Löffel herzhaft heißen Bouillons zu gönnen?

Wie wunderbar stärkt es den ganzen Menschen, wenn kräftige Rinderbrühe geschlürft werden darf und schmeichelnd Gaumen und Zunge streichelt?

Dazu leckere Suppeneinlagen, die den ganzen Menschen erfrischen - jaaaaaa!

Da könnte doch glatt Freude aufkommen, an einem solch schmuddeligen Tag.

Und, meine lieben Freunde der Kochkunst, welche Einlage mag wohl spritzig erfrischen und diese unheimlichen Gespenster aus unserer Seele verscheuchen?

Ich dachte darüber eine ganze Weile nach, als mein Blick auf die Kräuter vor meiner Fensterbank fiel. Genau. Diese ganzen grünen Aromaspender, mit ihren guten Botschaften von Sommer und Sonne. Das sollte es sein. Eingebunden in leckere Flädle, da kam Bewegung in meinen Geist.

Zutaten für 2 Personen

  • 1 l Rinderbouillon
  • 100 g Mehl
  • eine Prise Salz
  • 2 Eier
  • 200 ml Milch
  • 20 g Butter
  • gehackte Kräuter, frisch oder tiefgefroren

Vorbereitung

Mehl und Salz vermengen.

Butter auslassen.

Eier aufschlagen und ins Mehl geben.

Mit einem Handmixer die Zutaten verrühren, bis ein krümeliger Teig entstanden ist.

Die Milch unter ständigem Rühren schluckweise einbringen.
Achtung: Wenn zuviel Milch auf einmal beigegeben wird, gibt es Klumpen.
Also: bitte nur schluckweise untermischen.

Die zerlassene Butter ebenfalls mit dem Teig vermengen.

Das alles ergibt eine ziemlich flüssige Masse, die nun ca. 1/2 Stunde abgedeckt ruhen muss.

Kräuterflädlesuppe

Zubereitung

Nach der Ruhezeit die Kräuter beimischen und in einer beschichteten Pfanne dünne Crêpes ausbacken, ungefähr eine Suppenkelle pro Pfanne (28 cm Durchmesser).

Um dünne Fladen zu bekommen, wird der Teig in die Pfanne geschüttet und durch schwenken gleichmäßig verteilt.

Wenn die Crêpes fertig und abgekühlt sind, werden sie auf einem Teller aufgestapelt und mit einer Frischhaltefolie abgedeckt. So sollten sie 15 - 20 Minuten ruhen, damit sie weich werden.

Nun nur noch einzeln aufrollen, in feine Flädle schneiden und dem Bouillon beigeben.

Fazit

Je nach verwendeten Kräutern bekommt man herrliche Aromen in die Flädle, wodurch so eine Suppe plötzlich einen ganz neuen Charakter bekommt.

Dienstag, 27. November 2012

Schnelles Gemüse mit Sonnenblumenkernen und Ingwerchips

Kürzlich war es mal wieder soweit.

Es musste schnell gehen in unserer Küche. Viele Dinge hatte ich zu erledigen, viele Menschen wollten Dinge von mir erledigt haben, viele Kinder kämen bald von der Schule und eines war klar: Sie würden Hunger haben.

Hühnerbein mit schnellem Gemüse

Was also kochen, wenn es trotzdem nicht langweilig sein sollte, im Gaumen, an der Zunge und auf dem Tische?

Genau. In der Überschrift steht es geschrieben:

Kurz gebratenes Gemüse mit Sonnenblumenkernen und Ingwerchips, an verschiedenen Kräutern. Dazu ein kleines knuspriges Hühnerbeinchen, das freundlich im Ofen vor sich hin schmort und nicht ständig danach verlangt, bekümmert, bemuttert und betreut zu werden.

Zutaten pro Person

  • 1 Hühnerbein
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • eine große Karotte
  • 1/2 Zucchini
  • 5 kleine braune Champignons
  • einen Teelöffel Sonnenblumenkerne
  • einen Esslöffel gehackte Kräuter, frisch oder tiefgefroren
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zucker
  • Öl
  • Brathähnchengewürz 

Vorbereitung

Ofen auf 200°C Heißluft vorheizen.

Hühnerbein kräftig mit dem Brathähnchengewürz einreiben und in den vorgeheizten Ofen schieben, mittlere Schiene. Die Beinchen gelingen am besten, wenn sie genau 30 Minuten bei 200°C Heißluft backen. So werden sie außen knusprig und innen bleiben sie noch lecker saftig. 


Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Fett bräunen und beiseite legen.

Pilze putzen und halbieren, Karotten schälen und in Spalten schneiden.

Zucchini waschen und ebenfalls in Spalten zerteilen, die Kerne dürfen dabei auch herausgeschnitten werden. So bleiben sie nach dem Anbraten bissfest.


Zucchinispalten, die Kerne herausgeschnitten


Zubereitung

Pfanne mit etwas Öl anheizen und als erstes die Karotten anbraten.

Nach 3 - 4 Minuten Pilze zugeben und alles zusammen 2 Minuten kräftig rösten.

Zucchinispalten ebenfalls beigeben und 1-2 Minuten mit den Pilzen und den Karotten unter ständigem Wenden schmoren.

Kräuter unterheben, kurz erhitzen, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Das Gemüse mit dem Hühnerbein auf einem Teller anrichten, Sonnenblumenkerne und Ingwerchips darüber verteilen und genießen.

Fazit

Ein leckeres Mittagsmenü, leicht und gesund; schnell und mit wenig Handgriffen zubereitet. Die Ingwerchips bringen einen Hauch von Frische ins Essen, sodass man sich hernach fit fühlt, um sich voller Tatendrang in den Nachmittag zu stürzen.

Montag, 26. November 2012

Ingwer Chips - leckere Deko, leicht zu machen


Ingwer Chips

Speisen schön anzurichten ist immer eine Herausforderung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang natürlich die Deko und besonders charmant finde ich es,  wenn manche Deko auch mitgegessen werden kann und dazu noch lecker schmeckt. Also nicht nur ein hübsches Häufchen grün am Tellerrand ist, sondern zum dran riechen und reinbeißen anregt.

Zum Beispiel "Ingwer Chips". Das sind kleine Scheibchen vom frischen Ingwer, die kurz fritiert oder in einer Pfanne mit etwas Öl knusprig angebraten wurden.

Sie sehen lecker aus, verleihen frisches Aroma und sind dazu noch gesund.

Zutaten

  • Öl
  • frischer Ingwer
  • Salz

Ingwer Chips cross und knusprig

Vorbereitung

Ingwer entweder mit einem Löffelstiel oder Spargelschäler schälen und in 2-3 mm dicke Scheiben schneiden. Von beiden Seiten kräftig salzen.

Zubereitung

Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, nicht zu heiß, etwa 3/4 der zur Verfügung stehenden Herdeinstellung. 

Ingwerscheiben in die Pfanne legen und von beiden Seiten anbraten, bis sie braun und cross sind.

Herausnehmen und auf einem Küchenkrepp entfetten.

Ingwerscheiben werden in einer Pfanne geröstet

Fazit

Der Ingwer wird leicht knusprig und behält etwas von seiner Schärfe. Dazu die erfrischende Wirkung des Gingeröls - das macht richtig Spaß. Einerseits als Nascherei und andererseits als Aromagabe zu Gemüse oder Kartoffel, können solche Chips viele Speisen bereichern und schnell etwas Abwechslung auf den Mittagstisch zaubern.

Freitag, 23. November 2012

Gänsekeulen nach der Niedrigtemperaturmethode gegart

Gänsekeule mit Rotkraut, Kartoffel und Soße

Wer zartes Fleisch essen will, muss nach Niedrigtemperaturmethode garen. So klingt es zwischenzeitlich in allen einschlägigen Quellen zum Thema "Fleisch schonend zubereiten".

Sucht man aber nach genauen Garzeiten und praktischen Hinweisen, wie denn nun am besten vorzugehen sei, bei der wundersamen Schmormethode, wird es schon schwieriger, konkrete Hinweise aus zuverlässiger Quelle aufzustöbern.

Nur soviel ist klar: Gekocht wird bei 80°C.

Schon lange spielte ich mit dem Gedanken, ein Paar Gänsekeulen nach dieser Methode in die "Röhre" zu schieben und heute endlich war es soweit: Zeit und Muße huldigten mir freundlich und es ging los, mit dem Experiment.

Viele Vorschläge im Internet, Garzeiten und Vorgehensweisen betreffend, weichen stark von einander ab.

Die einen schwören auf eine Starttemperatur von vorgeheizten 180°C, um später auf 80°C zu reduzieren. Die anderen starten bei 80°C im kalten Ofen. 

Die kürzeste Zeit, die ich fand, lag bei unglaublichen 45 Minuten, die längste bei 6 Stunden. Wohlgemerkt nur für Keulen, nicht für ausgewachsene Tiere.

Wie dem auch sei, folgendermaßen bin ich vorgegangen:

Zutaten
  • 2 Gänsekeulen
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Karotte
  • 1/2 Stange Lauch
  • 1/2 Apfel (wer's mag)
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Bier

Vorbereitung

Zwiebeln und Karotte schälen, grob würfeln.

Lauch waschen und in Scheiben schneiden.

Apfel ebenfalls schälen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Spalten zerteilen.

Fleisch waschen, trocken tupfen, salzen und pfeffern.

Ofen auf 180°C Ober/Unterhitze vorheizen.

Zubereitung

Das Gemüse auf dem Boden eines Schmortopfes verteilen.

Gänsekeulen drauflegen, Deckel schließen und in den vorgeheizten Ofen schieben.

Nach 20 Minuten auf 80°C reduzieren und alles vier weitere Stunden schmoren lassen.

Haben die Keulen ihre Zeit abgesessen, kommt der Topf aus dem Ofen. Nun geht's an die Haut, die sieht nämlich noch ziemlich bleich aus. Und die Soße darf natürlich auch nicht vergessen werden.

Finish

Die Haut: 
Ist der Topf aus dem Ofen, den Herd sofort auf 220° C Grill/Oberhitze aufheizen.

In einem kleinen Schälchen einen Schluck Bier mit einem gehäuften Teelöffel Salz gut verquirlen, es sollte sich so viel Salz wie möglich im Gebrauten lösen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Gänsebeinchen aus dem Topf nehmen und aufs Backpapier legen. Mit der Bier-Salz Mischung gut einpinseln.

Hat der Ofen Temperatur, die Keulen nochmal für ca. 5-10 Minuten in die Röhre schieben und warten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Das geht recht unkompliziert.

Die Soße
Kurz bevor die Gänsekeulen aus dem Ofen genommen werden, in einem Topf mit dickem Boden eine Mehlschwitze anbräunen und unter ständigem quirlen mittels eines Schneebesens mit etwas Rotwein schluckweise ablöschen, bis eine sämige Paste entstanden ist. Zur Seite stellen.

Dann die Bratenflüssigkeit aus dem Topf durch ein Sieb schütten und auffangen. 

Nun kann das Fett, das sich an der Oberfläche sammelt, mit einer Kelle abgeschöpft werden. Am besten hebt man es im Kühlschrank zur weiteren Verwendung auf.

Die darunter befindliche Bratenflüssigkeit wird mit dem Schneebesen unter die Rotwein/Mehlpaste gemischt, genauso wie das Gemüse. Nochmal kurz aufkochen lassen und mit dem Pürierstab pürieren, um die Soße zu binden.

Fazit
Das Fleisch war tatsächlich wesentlich zarter, als bei höhern Temperaturen. Auch löste es sich hervorragend vom Knochen und schmeckte natürlich sehr lecker. Trotzdem glaube ich, das Ergebnis kann noch verbessert werden, denn eigentlich haben wir ja gemogelt. Die ersten 20 Minuten stand der Ofen auf 180°C und bis er schließlich tatsächlich auf 80°C abgekühlt hatte, verging nochmal eine ganze Weile.

Beim nächsten Versuch werde ich im kalten Ofen starten und nur bis 80°C aufheizen, dafür aber die Garzeit um eine, vielleicht eineinhalb Stunden verlängern. Mal sehen, wie es dem Fleisch bekommen wird. 

Donnerstag, 22. November 2012

Interessante Videokanäle auf YouTube zum Thema "Kochen macht Spaß"

Es ist unglaublich, was alle mögliche Menschen filmen und unter YouTube veröffentlichen. Natürlich schimmelt auf einer solch gigantischen Plattform reichlich Unrat vor sich hin. Andererseits aber befindet sich auch kostbares Wissen zwischen den Beiträgen. Zwar nur vereinzelt, aber es ist unbestreitbar vorhanden.

Leider erfordert es viel Zeit, Muße und vor allem Geduld, diese monströse Plattform zu durchforsten, Interessantes vom Uninteressanten zu trennen und den Kehricht auszusortieren. 

Was dann aber bleibt, bereitet mitunter viel Freude.

So gibt es mehrere Kanäle von Küchenprofis, die vollkommen ungeniert ihre Tricks und Kniffe offenbaren. Nichts von Wegen: "Dieses Rezept wird nicht verraten.", oder: "Jenes Rezept ist Geheimnis unseres Koches." 

Von wegen. Da wird nur so um sich geworfen, mit Rezepturen und Finessen.

Ich dachte mir kürzlich, dass sich der ein oder andere Leser von "Abenteuer Kochen" vielleicht auch dafür interessieren könnte, deswegen findet ihr in der rechten Spalte meines Blogs von nun an eine neue Rubrik, mit dem Titel:

Interessante Videokanäle!

Dort gibt es immer lehrreiches zu schauen und klauen. Guckt doch einfach mal rein, wenn ihr etwas Zeit übrig habt. Es lohnt sich.

Mittwoch, 21. November 2012

Rotkohl frisch zubereiten - bissfest, kräftig im Geschmack und seidig glänzend

Rotkohl 

Jeder weiß es: Frisch schmeckt's besser als eingemacht. Das gilt für die meisten Lebensmittel. Besonders bemerkbar macht sich das Ganze allerdings beim Rotkraut, finde ich zumindest. Das nämlich mundet frisch zubereitet wirklich ganz anders, als Produkte aus Gläsern, Dosen und Tetrapaks.

Klassisch gekocht wird Blaukraut normalerweise mit Apfelstückchen und Apfelsaft.

Kürzlich allerdings fand ich ein etwas anderes Rezept,  Rotkohl auf den Tisch zu bringen: mit Honig, Rotwein, Preiselbeeren und fruchtigem Essig mariniert. "Einen Versuch ist es wert!", dachte ich mir und los ging's, nur in Kleinigkeiten abgewandelt.

Zutaten für zwei Personen

  • 1/2 kleineren Kopf Rotkohl, ca. 500g
  • 2 Teelöffel Honig
  • 1-2 Esslöffel fruchtigen Essig: Rotwein, Himbeere oder Johannisbeere
  • 100 ml Rotwein
  • 1 Esslöffel Preiselbeeren
  • 1 kleine Zwiebel
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zimt
  • Stärkemehl (Maizena)
  • etwas Butter
  • Öl

Vorbereitung

Vom Rotkohl den Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden oder fein hobeln.

Honig, Essig, Rotwein und Preiselbeeren dazugeben, mit Salz abschmecken und gut durchkneten.

Abgedeckt mindestens eine Stunde, besser über Nacht marinieren.

Zwiebel würfeln.


Zubereitung

Einen ausreichend großen Topf mit einem Schuss Öl erhitzen und die Zwiebeln andünsten, bis sie glasig sind. Achtung, sie dürfen nicht bräunen.

Mariniertes Rotkraut dazugeben und gut durchmischen. 

Prüfen, ob genügend Flüssigkeit im Topf ist. Dazu das Kraut etwas zur Seite schieben, sodass der Topfboden sichtbar ist. es sollte ungefähr 1-2 cm Flüssigkeit anstehen.

Deckel auflegen und je nach Geschmack 1 1/2 bis 2 Stunden bei niedriger Hitze leicht köcheln lassen. Von Zeit zu Zeit umrühren und den Flüssigkeitsstand über dem Topfboden kontrollieren. Sollte zu wenig Saft im Topf sein, etwas Rotwein oder Wasser nachgießen.

Hat der Kohl den gewünschten Gargrad erreicht, schmeckt er zwar schon ganz gut, der letzte Pfiff allerdings fehlt noch. Außerdem sieht er recht matt aus, der seidige Glanz geht noch ab, doch dem ist leicht beizukommen. 

Trick

Der richtig gute Geschmack hat sich in der Flüssigkeit gesammelt. Um Pfiff ins Gericht zu bekommen, muss der Sud an das Kraut gebunden werden. Dazu wird ein starker Teelöffel Stärkemehl in etwas kaltem Wasser gelöst und Esslöffelweise beigegeben. Danach umrühren und kurz aufköcheln lassen. Diesen Vorgang so oft wiederholen, bis alle Flüssigkeit in den Kohl gewandert ist.

Noch ein Trick

Nun zum Glanz. Etwas besser sieht der Kohl durch das abbinden mit der Stärke schon aus. Um ihn allerdings richtig schön glänzen zu lassen, wird einfach noch ein kleines Stückchen Butter beigegeben und gut verrührt. Nicht viel, ein Eckchen reicht vollkommen aus und schwupp erstrahlt unser Mahl in samtig seidenem Glanze.

Nun nochmal mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zimt abschmecken und servieren.

Fazit

Honig, Zimt und Preiselbeeren verleihen dem Gericht Kraft und "Schmackes", während Wein und Essig durch ihre Säure ausgleichen. Ein wirklich vorzügliches Rezept gefunden bei http://www.youtube.com/watch?v=T6hvTZlUSrc&feature=plcp

Montag, 19. November 2012

Frischkäsebällchen im Kräutermantel - eine kleine aber nette Leckerei

kleine Bällchen aus Frischkäse, eingehüllt in Küchenkräuter


Manche Tage sind einfach anstrengend.

Ich meine nicht, die ganz normalen Alltagskapriolen, um die wir jahrein, jahraus kreisen.

Ich rede von jenen schweißtreibenden, nervenzerfressenden, wahnsinnigen Geistern, die an manchen Tagen mit dreister Vehemenz unser Leben durcheinanderbringen. Nur eines im Sinn haben, nämlich: Uns in den Irrsinn treiben.

An solchen Tagen könnte man meinen, alle Nervtöter und Störenfriede haben sich zusammengerottet, einem das Leben zu vergrätzen.

Wie rennen, hetzen, flitzen, huschen, jagen, sausen.
Haben keine Zeit für alle die Dinge, die erledigt werden wollen.
Missgeschicke passieren, Malheure ereignen sich, Pannen geschehen.

Jeder kennt solche Tage.

Wütend, verzweifelt, dem Tiefpunkt nahe, am Boden zerstört fragen wir uns dann: "Was ist eigentlich heute los?"

Gott sei Dank ermatten diese verflixten Plagegeister nach solch anstrengendem Tun meist rasch und lassen ab von ihrem hämischen Treiben. Schließlich verfügen sie weder über Geduld noch Durchhaltevermögen. Am Ende jener Tage kommt man dann doch irgendwie zur Ruhe und findet Entspannung.

Natürlich möchte man sich dann was Gutes tun.

Was Gutes. Das kann viel heißen.

Einen lustigen Film ansehen, zum Beispiel.
Ein spannendes Buch lesen, zum Beispiel.
Ein heißes Entspannungsbad nehmen, zum Beispiel.
Und, und, und, zum Beispiel.

Ich persönlich hatte heute einen solchen Tag und ich persönlich kann am besten entspannen, wenn ich eine kleine aber nette Leckerei fabriziere, hernach mit meiner Familie genieße und dann darüber schreibe.

Zutaten

  • Frischkäse
  • frische Kräuter, zur Not gehen such tiefgefrorene
  • Salz
  • Pfeffer

Vorbereitung

Kräuter waschen, hacken und auf einem flachen Teller verteilen.

Frischkäse mit Salz und Pfeffer abschmecken.


einfache Crostini eignen sich als Beilage

Zubereitung

Mit zwei Teelöffeln kleine Nockerln vom Frischkäse abstechen und zunächst in eine grobe Form bringen.

Die Nockerln dann auf den Teller mit den Kräutern geben, bestreuen und durchwälzen. Dabei eine kleine Kugel formen.

Auf einem anderen Teller schön anrichten.

Mit einem einfachen Crostini genießen.


Fazit

Der herzhafte Geschmack des weichen Käses, kombiniert mit dem frischen Aroma der Kräuter, lässt den Genießer Abstand nehmen vom Tage und wieder in seine Mitte finden. 

Zum Glück.

Freitag, 16. November 2012

gratiniertes Basilikumschnitzel von der Pute

Putenschnitzel mit Basilikum und Käse gratiniert


Zugegeben, was unsere bekannten Fernsehköche zu Tische bringen, sieht schon sehr verführerisch aus.

Spannend ist es, wenn Schuhbeck seine neuesten Ideen präsentiert.
Interessant ist es, wenn Lafer seine Kunstfertigkeiten zur Schau stellt.
Bemerkenswert ist es, wenn Rach sich mal wieder bei RTL blicken lässt.

Doch Hand auf's Herz: Wie viele von den raffinierten Gerichten haben wir tatsächlich schon mal nachgekocht?

Meistens fehlen die Grätschaften, die Zutatenlisten sind zu lang, die Fingerfertigkeit geht uns ab, alles ist zu kompliziert oder oder oder.

Zumindest geht es mir so. Gut. Ich schaue auch ganz gerne mal rein, in die ein oder andere Sendung á la "Lanz Kocht", aber irgendwie wird es dann doch schnell langweilig, wenn man schon nach 5 Minuten weiß: "Das werde ich nie nachkochen!"

Trotzdem angeregt zum Wunsch nach Inspiration, verkrümel ich mich dann ganz gerne auf "Youtube", stöbere rum und schau mal, was dort so alles gezeigt wird.

Unter anderem bin ich bei einer dieser Gelegenheiten auf den Thomas Sixt gestoßen, einen recht sympathischen Koch aus Österreich. Zumindest nach meinem Dafürhalten.

"THOMAS SIXTs Headcam Cooking, sponsored by peperita.tv". So beginnt er jede seiner Folgen.

Was mich daran so begeistert ist, mit welch einfachen Mitteln er neue und alte Ideen schnell und galant in die Tat umsetzt.

Keine Ingedenzienlisten, die Bücher füllen.
Keine Zutaten, die man nur in hochkarätigen Schlemmerläden bekommt.
Keine superkniffligen Kunstgriffe, die ein normaler Mensch sich erst nach 200 Jahren regelmäßigen Übens aneignen kann.

Nein. Nur ganz normale Alltagsküche, trotzdem raffiniert und trickreich, gewürzt mit der Erfahrung eines lang gedienten Koches und abgeschmeckt mit der Leidenschaft eines österreichischen Genießers. So kommt der Kamerad daher, ohne Schnickschnack und TamTam.

Und was wirklich zum Nachkochen anspornt, ist, dass alles leicht und in kurzer Zeit umsetzbar ist. Klasse, gefällt mir gut, eine wirkliche Bereicherung für's "World Wide Web".

Dort bin ich auch auf die Idee gestoßen, die ich heute vorstelle, nämlich das "gratinierte Basilikumschnitzel von der Pute".

Natürlich etwas abgewandelt, wie üblich, aber dennoch mit genauso viel Leidenschaft gekocht.

kleine Paprikaschoten in etwas Butter geschmort, sehr lecker

Zutaten pro Person

  • ein Putenschnitzel
  • Basilikum, 7-8 große Blättchen
  • geriebenen Käse, würzig sollte er sein
  • Salz
  • Pfeffer
  • Öl

Vorbereitung

Putenschnitzel mit viel Gefühl plätten, am besten eingeschlagen in eine Frischhaltefolie.

Basilikum waschen, die Blättchen vom Stängel zupfen.

Und schon kann es losgehen.

Zubereitung

In einer beschichteten Pfanne etwas Öl erhitzen.

Schnitzel von einer Seite mit Salz und Pfeffer würzen und sofort mit der Gewürzten Seite in die Pfanne legen. Sofort deswegen, damit das Salz keine Chance hat, dem Fleisch den Saft zu rauben.

Hat es Farbe angenommen, die andere Seite würzen und das leckere Scheibchen der geflügelten Freude wenden. 

Basilikum auflegen und mit Käse bestreuen.

Pfanne mit einem Deckel verschließen. Wer keinen Deckel hat, kann auch irgendetwas anderes nehmen. Es geht lediglich darum, dass sich die Hitze etwas stauen kann.

Ist der Käse zerlaufen, kann angerichtet werden.

Ich habe dazu kleine Paprikaschoten angeschmort, bei sehr niedriger Hitze, im geschlossenen Topf mit etwas Butter und ein paar Blättchen Rosmarin. Außerdem überkam mich plötzlich Lust auf eine Hand voll Ofenpommes aus dem ALDI, die ich mir bei dieser Gelegenheit einverleibte.

Fazit

Wirklich superschnell gemacht und trotzdem was besonderes. Das Fleisch war noch schön saftig, das Basilikum und der Käse ergänzten das feine Geflügel mit herrlichem Geschmack, zusätzlichem Saft und prickelnder Würze.

Das Video dazu will ich euch natürlich auch nicht vorenthalten. 


Donnerstag, 15. November 2012

Salatdressing mit Maggi - warum eigentlich nicht?

Feldsalat


"Heute hatte ich so richtig Lust auf Maggi!"

Dieser besondere Geschmack der uralten Suppenwürze vom "Julius" hält sich schließlich nicht von ungefähr seit 1869 in unveränderter Rezeptur, ursprünglichem Design und jungfräulicher Flasche.

Also griff ich nach ebendieser, mischte einige Spritzer ins Salatdressing und es hat mir so richtig lecker geschmeckt.


Trick

Warum ich darüber überhaupt schreibe ist ein kleiner Kunstgriff, der wichtig ist, will man schmackhafte Salatdressings herstellen und auf den ich hier kurz eingehen möchte. Die Inspiration fand ich bei Thomas Sixt auf einem seiner "headcam cooking Videos".

Es ist gemeinhin bekannt: In eine Salatsoße gehören Essig, Zucker, Salz und Öl. Die Grundbausteine sozusagen. Der kleine Trick an der ganzen Geschichte ist, dass die Zutaten nicht einfach miteinander vermengt werden sollten, sondern in einem ersten Schritt wird der Essig mit dem Zucker und dem Salz kräftig gequirlt. Erst wenn sich der Zucker aufgelöst hat, darf das Öl hinzugefügt werden. So bekommt das Dressig wesentlich volleres Aroma und einen kräftigen Korpus. 


Zutaten
  • 2 Esslöffel Essig, am besten Balsamico
  • eine Prise Salz
  • einen Teelöffel Zucker, am besten Rohrzucker
  • etwas Pfeffer
  • 6-8 Esslöffel Öl (hängt von der Konzentration des Essigs und vom persönlichen Geschmack ab)
  • Kräuter
  • Maggi
  • Feldsalat
  • Kernemischung (Sonnenblumen, Pinien, Kürbis)

Salatdressing

Vorbereitung

Den Salat waschen und gut abtropfen lassen. Schaut bei der Gelegenheit doch auch mal meinen Artikel "Über den Sinn und Unsinn einer Salatschleuder" an.

Kräuter hacken, wenn keine Tiefkühlware genommen wird.

Einen Teelöffel Kernemischung pro Person in einer Pfanne ohne Fett gefühlvoll bräunen und abkühlen lassen.


Zubereitung

Essig, Salz, Zucker, Pfeffer und einige Spritzer Maggi mit einem Schneebesen so lange verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Das kann mitunter eine ganze Weile dauern, doch es lohnt sich, hier etwas Geduld zu investieren.

Öl dazugeben und nochmal kräftig durchmischen, bis eine homogene Emulsion entstanden ist.  

Salat und Kräuter in die Schüssel legen, gut umrühren, bei Bedarf vielleicht mit zwei Zwiebelringen und einem Scheibchen Tomate dekorieren. Sofort servieren, damit der Salat nicht zusammenfällt.


Fazit

Leckeres Dressing, das in wenigen Minuten hergestellt ist. Das Maggi kann übrigens auch durch Senf ersetzt werden, besonders gut schmecken fruchtige Senfsorten, wie zum Beispiel Feigensenf.

Mittwoch, 14. November 2012

Neuer Blog in meiner Blog List

"The Foodist" hinterließ vor einigen Tagen einen freundlichen Kommentar zu meinem Artikel "Shepard's pie oder - Hilfe, was mach ich mit dem Rest Kartoffelbrei?" Darin machte er mich darauf aufmerksam, dass es sich bei meinem Gericht um einen "Cottage Pie" handele, der mit Rindfleisch zubereitet wird.

Ein "Shepard's Pie", wie ich mein Rezept fälschlicherweise darstellte, würde mit Lammfleisch zubereitet, so der Kommentator.

Ich ließ mich also dankbar eines besseren belehren und änderte den Titel entsprechend.

Natürlich trieb mich die Neugier, wer es denn nun gewesen ist, der sich die Mühe machte, einen Kommentar zu hinterlassen und ich klickte auf seinen Link.

Was ich dann entdeckte, fand ich bemerkenswert: Nämlich einen tollen Food Blog, mit Tonnen von exotischen Rezepten und asiatischen Gerichten.

Da ich diese Art des Kochens recht gerne hab, dacht ich mir so im Stillen: "Da möcht' ich schon wissen, wie es weitergeht, mit dem 'Foodist' ".

Deswegen finder ihr diesen Blog ab jetzt in meiner Blog-Liste.

Schaut mal rein, es lohnt sich: http://www.the-foodist.com/

Dienstag, 13. November 2012

Paprika häuten - leicht gemacht

Nur mal eben am Rande: Es gibt allerlei Rezepte, denen gehäuteter Paprika zugrunde liegt. Der Unterschied zum ungehäuteten Kameraden ist im Wesentlichen die Konsistenz. Zum Häuten muss er nämlich im Ofen kräftig erhitzt werden und hernach in den "Schwitzkasten", wodurch er ein Stück weit gart.

Paprikaschote häuten

Mir schmecken Paprika sowohl ungehäutet roh, als auch gehäutet und angegart, je nach Rezept.

An dieser Stelle möchte ich trotzdem kurz darauf eingehen, wie so etwas funktioniert - eine Paprikaschote von ihrer Haut befreien.

Paprika aus dem Ofen, fertig zum Häuten

Vorgehen

Backofen auf 220°C (Umluft) vorheizen.

Die Paprikaschoten waschen, Stielansatz entfernen und der Länge nach vierteln.

Kerne und weiße Kammerhäute entfernen.

Paprikaschoten mit der Schnittfäche nach unten auf ein Backblech legen und den den vorgeheizten Ofen schieben.

Paprikaschoten im "Schwitzkasten"

Sobald die Haut Blasen ausbildet, die sich dunkelbraun verfärbt haben, die Paprika aus dem Ofen nehmen und für drei bis vier Minuten in eine verschlossenen Plastiktüte stecken.

Herausnehmen und abkühlen lassen.

Nun kann die Haut ganz einfach mit einem spitzen Messer abgezogen werden.

Montag, 12. November 2012

Abenteuer Kochen jetzt auf eigener Domain


Sei nunmehr zwei Jahren schreibe ich unter Blogger auf blogspot.de.

Insgesamt bin ich recht zufrieden mit dem Service, den Blogger anbietet, zumal er auch kostenlos ist. Einfach zu bedienen, läuft zuverlässig und ist meines Erachtens auch recht flott.

Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem man merkt: "Eine eigene Domain muss her."


Viele Blogverzeichnisse zum Beispiel listen gar keine Blogs, die unter
"---.blogspot.de/com" veröffentlicht wurden und auch sonst scheint mir, dass ein Blog unter einer Subdomain im Internet gewissen Beschränkungen unterliegt.

Kurzum, seit neuestem ist "Abenteuer Kochen" nicht nur unter der Adresse "http://www.abenteuerkochen.blogspot.de" zu erreichen sondern auch unter der ganz persönlichen Domain:




Doch ist das nicht nur eitel Sonnenschein. Auf der Kehrseite der Medaille stehen Bekanntheitsgrad und Ranking bei Google. Neue Domain bedeutet auch neuen Pagerank und zwar "< 0" - zu deutsch: von vorne anfangen.

Nun gut. "Abenteuer Kochen" wird natürlich unter der alten Domain weitergeführt, aber trotzdem; es bedarf einer geraumen Weile, bis die Posts unter der neuen Adresse gefunden werden. Also mal abwarten, wie sich die ganze Geschichte entwickelt. 

Samstag, 10. November 2012

französische Zwiebelsuppe - ein Klassiker

Der Wind peitscht mir Regentropfen ins Gesicht. Ich vergrabe den Kopf so weit es geht im Kragen meiner Jacke, doch es hilft nichts. Die Wassertropfen rinnen über meine Backen und laufen in den Hemdkragen. Ich eile durch die Straßen eines kleinen unbedeutenden Dorfes in der Bretagne, Schutz suchend vor dem Unwetter, das mich so unerwartet überraschte.

französische Zwiebelsuppe


Plötzlich taucht am Straßenrand ein kleines Bistro auf. Das vergammelte Schild über der windschiefen Eingangstüre des uralten Hauses lässt erahnen, dass es sich um das Bistro "Chez Pierre" handelt. Aber eben nur erahnen, denn von der Aufschrift ist nicht mehr viel zu erkennen.

Schnell drücke ich die Türe auf, trete ein. Der Wind treibt eine kräftige Böe durchs Restaurant, wirbelt einige Speisekarten durch die Luft und pustet einen Schwall Regen über Tische und Stühle. Ich "ferme la porte", wie mich der Wirt geheißen hat und sehe mich um.

Warme, feuchte Luft kommt mir entgegen. Zigarettenrauch kitzelt meine Nase. Lediglich an der Theke sitzen einige vereinsamte Gestalten vor ihrem "petit rouge". Kratzige Stimmen, die zu rauen Gesellen gehören, tauschen sich angeregt über das Wetter aus. Faltige Gesichter, leuchtende Augen, wirre Haare.

Ich geselle mich dazu. Setzte mich an die Theke und bestelle ebenfalls einen "petite rouge".

Schnell komme ich ins Gespräch. Unterhalte mich, über Frankreich, Deutschland und die Welt.

Die Menschen sind offen, warm, freuen sich am fremden Gesicht, der Unterhaltung, neuen Geschichten.

Ich erfahre, dass die Spezialität Zwiebelsuppe ist, bestelle mir eine Portion, probiere und weiß: Ich werde nie wieder vergessen, was ich zu essen bekomme.

Das schmeckt nicht nur nach Zwiebelsuppe. Nein. Romantik, Genuss und Lebensfreude ist da präsent, springt mich förmlich an, wärmt mir Herz und Seele. Und zwischen den Zwiebeln, dem Käse und dem Weißbrot, wenn ich ganz genau hinsehe, entdeckte ich sogar noch ein verschmitztes Lächeln des Wirtes, der diese Suppe seine Spezialität nennt.

Zutaten

  • 1 kg Zwiebeln
  • einige Scheiben Baguette
  • einen Teelöffel Senf
  • eine Hand voll geriebenen würzigen Käse
  • 1/4 l trockenen Weißwein
  • 2 Esslöffel Sherry
  • 1 l Boulllion
  • Salz
  • Pfeffer
  • zwei getrocknete Schoten Chili, zerstoßen
  • Öl
  • Butter

Vorbereitung

Zwiebeln halbieren, schälen und in halbe Ringe schneiden, nicht zu fein.


Zubereitung

Zwiebeln in einem ofengeeigneten Schmortopf und etwas Olivenöl behutsam anbraten, bis sie goldbraun sind. 

Nicht rösten!

Haben sie schöne Farbe angenommen, den Senf einrühren und kurz mitbraten.

Den Weißwein zum Ablöschen dazugeben und einkochen lassen, bis die Flüssigkeit nahezu verkocht ist.

Mit Boullion ablöschen, Sherry dazugeben und würzen.

Deckel auflegen und die Hitze soweit reduzieren, dass die Suppe gerade noch ganz leicht vor sich hin köchelt, ein bis eineinhalb Stunden lang.

Kurz vor Ende der Garzeit, den Ofen auf 250 °C Oberhitze vorheizen.

Die Baguettscheiben kräftig toasten.

Den Topf vom Feuer nehmen, Deckel entfernen und die getoasteten Baguettescheiben auf die Suppe legen. Mit dem Käse bestreuen und einige Butterflöckchen auf dem Käse verteilen.

Im Ofen nochmal für ca. 10 Minuten goldbraun überbacken.


Fazit

Ein Gedicht.

Donnerstag, 8. November 2012

"Cottage pie" oder - Hilfe, was mach ich mit dem Rest Kartoffelbrei

shepards pie

Kartoffelbrei, so er selbst gemacht ist und nicht aus der Packung kommt, ist gesund und lecker.

Doch gerade bei dieser Speise kann es selbst der besten Hausfrau/mann passieren, dass man sich verschätzt. In der Regel bleibt dann einiges übrig.

So ging es zumindest mir vor einigen Tagen, ich hatte einen ganzen Topf Kartoffelbrei als Rest.

"Also gut!", dachte ich mir im Stillen, "was fange ich damit am besten an?"


Eine ausgedehnte Recherche im Internet ergab, dass ich glücklicherweise weder der Erste noch allein mit diesem Problem war. In Foren und auf Webseiten wurde diskutiert, was wohl am besten anzufangen sei, mit dem vermaledeiten Stärkebrei.

Von Kroketten über Kartoffelpuffer bis zur Straßburger Hackschnitte waren die Ratschläge bunt, spannend und vielseitig. Nach langem überlegen schließlich entschied ich mich für ein irisches Hirtengericht, einem "Shepards pie", was wohl im weitesten Sinne mit "Hirtenkuchen" übersetzt werden kann.

Zutaten

  • 500 g Rinderhack
  • zwei große Zwiebeln
  • einen Teelöffel Tomatenmark
  • einen Teelöffel Senf
  • zwei Schoten Chili, grob zerstoßen
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zucker
  • brauner Balsamico
  • Öl
für die Soße
  • 20 g Mehl
  • 20 g Butter
  • 250 ml Rinderfond
ansonsten
  • einen Rest Kartoffelbrei, es kann natürlich auch frischer genommen werden. 4-5 große Schöpflöffel reichen.
  • etwas gehobelten Käse 

shepards pie mit Käse bestreut

Vorbereitung

Zwiebeln sehr grob würfeln.

Ofen auf 220 °C (Ober- Unterhitze) vorheizen.

Eine Auflaufform einfetten.


Zubereitung


Hackfleisch in einer Pfanne scharf anbraten. Wenn es schön krümelig und leicht gebräunt ist herausnehmen und beiseite stellen.

Zwiebeln in derselben Pfanne bräunen. Haben sie Farbe angenommen, das Hackfleisch dazugeben und mit den Gewürzen abschmecken.

Tomatenmark und Senf kräftig unterrühren und einige Zeit mitbraten, 5-10 Minuten reichen. Dabei immer wieder umrühren.

Den Pfanneninhalt auf dem Boden der Auflaufform gleichmäßig verteilen.

Nun zur Soße:

Butter in einem Topf mit dickem Boden auslassen, Mehl hinzugeben und mit einem Schneebesen unter ständigem Rühren anbräunen, bis es duftet.

Den Fond schluckweise einrühren, bis eine sämige Soße entstanden ist.

Die Soße nun in der Auflaufform gleichmäßig über das Hackfleisch verteilen.


Das Finish:

Kartoffelbrei darüberstreichen. Achtung, die Form nicht bis zur Oberkante füllen, es sollte noch etwas Platz bleiben, da die ganze Sache noch aufgeht.

Etwas Käse darüberstreuen und für ca. 20-30 Minuten ab in den Backofen. Der "pie" ist fertig, wenn die Oberfläche schön goldbraune Farbe angenommen hat.

shepards pie, goldbraun gebacken

Fazit

Deftig, speckig lecker. So richtig zum "Schlecken" und "Schmatzen". Ein weiterer großer Pluspunkt an diesem Gericht ist, dass es wunderbar vorbereitet werden kann.

Die Idee habe ich übrigens von "Zottel" bei "Chefkoch.de".

(Anmerkung: aufgrund des Kommentars von "The foodist" habe ich den Titel von "Shepard's cpe" in "Cottage pie" geändert. 13.11.2012)

Dienstag, 6. November 2012

Neues Design

Meine lieben Freunde der Kochkunst.

Von Zeit zu Zeit braucht der Mensch einen Tapetenwechsel und ich denke, das war für meinen Blog höchste Eisenbahn. Nach zwei Jahren, immerhin!

Das Design, veraltet und verstaubt, schrie förmlich nach neuem Anstrich - oder?

In jedem Fall langweilte es mich schon seit geraumer Weile, also nahm ich mir etwas Zeit und baute "Abenteuer Kochen" ein wenig um. Mehr modern. Einfach so, wie Blogs heutzutage eben aussehen.

Das neue Kleid gefällt mir wesentlich besser und ich hoffe, nicht allein damit zu sein.

Euer Beni

Schnelle Küche - Kohlsuppe in 10 Minuten.

So ein Weißkohl ist immer wieder eine leckere Sache.

Leider jedoch ist ein ganzer Kopf in der Regel zu mächtig, um auf einmal verspeist zu werden. Meistens benötige ich gerade mal einen halben und der Rest lümmelt dann faul im Kühlschrank rum und wird nicht besser.

Kohlkrusterl

Aber wenn ich mal etwas Zeit übrig habe und gerade eine Pfanne angeheizt ist und ich Muße habe, dann schnapp ich mir den kohligen Bruder, entferne großzügig den Strunk, hoble ihn ganz fein und brate ihn kräftig mit einem Tropfen Öl an. Das Aroma von angebratenem Kohl ist nämlich "total Klasse".

Hat er schöne Farbe angenommen, kommt er wieder in den Kühlschrank und wartet darauf, weiterverarbeitet zu werden.

Doch warum schreibe ich den ganzen Wust?

Ganz einfach: So vorbereitet hält der Kohl sich ziemlich lange, ohne Qualität oder Geschmack einzubüßen, im Gegenteil, er wird eher besser. Und wenn mangels Zeit schnelle Küche gefragt ist, können die Krautkrusterln praktisch und schnell zu einem schmackhaften Gericht verarbeitet werden.

Sei es als Salat, zu Schupfnudeln oder in einer Suppe.

Schnelle Suppe mit Bratkohleinlage

Kürzlich gab es bei uns Schäufele mit Kartoffelsalat. Das leckere Fleisch lasse ich immer zusammen mit einigen Zwiebeln, Lorbeer, Piment, Wachholder und Pfefferkörnern im heißem Wasser ziehen. Was dabei abfällt ist natürlich eine kräftige Brühe, die es den nächsten Tag meist als Suppe gibt.

So! Und hier schließt sich der Kreis, dieses mal kam in die Suppe nämlich der angebratene Kohl, zusammen mit Kartoffeln und etwas Kümmel.

Sehr lecker, schnell zubereitet und sehr günstig.

Samstag, 3. November 2012

Putenkeulen: So hat man sie im Mittelalter zubereitet

Ein Bücherregal ist immer wieder ein interessantes Objekt. Vor allem der vergessenen Bücher wegen, die sich dort so tümmeln. Da kann man so manches entdecken, das man schon verloren glaubte.

Putenkeulen aus dem Schmortopf
Also erging es mir kürzlich, als ich vor der Kochbuchabteilung meiner Bibliothek stand, an nichts dachte, all die Titel, Lektüren und Folianten auf mich wirken ließ und einfach abwartete, was passieren würde.

Ich leerte mein Hirn und verfiel darob in eine jener Meditationen, die ganz von selbst eintreten, wenn man am Abend vorher dem Genuss und der Lebensfreude sehr zusagte, wenig Schlaf das Seinige beisteuerte und eine gewisse Trägheit den Denkapparat soweit lähmt, dass er urplötzlich dazu in der Lage ist, einfach einmal nichts zu denken.

So also ventilerte ich über besagter Abteilung meiner Büchersammlung, als sich die Farbe Blau herauskristallisierte. Genau. BLAU.

Warum kann ich nicht sagen, aber ein blauer Bücherrücken riss mich plötzlich aus meinem Dämmerzustand und stand glasklar vor meinen Augen. Ich griff danach und zog ein längst vergessenes Buch aus dem Regal. Ein Geschenk, das mir vor vielen Jahren eine gute Bekannte zukommen ließ.

Titel des Werkes: "Wie man eyn teutsches Mannsbild bey Kräfften hält! Die vergessenen Küchengeheimnisse des Mittelalters."
(ISBN: 3-572-01032-2)

Ich blätterte zunächst ziellos durch die Seiten und begann mich für all diese ungewöhnlichen Rezepte zu erwärmen, bis ich eines auswählte, an dem ich mich versuchte, in Kleinigkeiten allerdings von mir abgewandelt.

Zutaten

  • 2 Putenkeulen
  • 100 g magerer durchwachsener Speck, gewürfelt
  • 2 Zwiebeln
  • 1/4 l. Hühnerbouillon
  • 2 Teelöffel Honig
  • 50 g Sultaninen
  • 10 entsteinte Backpflaumen
  • 4-5 entsteinte Datteln
  • 20 g gehobelte Mandeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • Mittelaltergewürz (siehe rechte Spalte im Blog)

"Hune mite Pflawmen unnd Datteln"

Vorbereitung

Von den Putenkeulen die Haut abziehen.

Zwiebeln schälen und in halbe Ringe zerteilen.

Hühnerbouillon erhitzen und den Honig darin auflösen.

Backpflaumen und Sultaninen in kaltem Wasser einweichen.

Ofen auf 175°C Ober-Unterhitze vorheizen.


Zubereitung

In einem ofenfesten Schmortopf den Speck auslassen und die Zwiebeln darin anbräunen.

Speck und Zwiebeln aus dem Topf fischen und die Keulen im verbliebenen Fett rundherum braun anbraten.

Das Fleisch salzen und pfeffern.

Zwiebel/Speckmischung um die Keulen herum verteilen, Deckel auflegen und den Topf für 30 Minuten in den Ofen schieben, mittlere Schiene.

Währenddessen Datteln und Backpflaumen grob zerkleinern, ich habe sie einfach mal geachtelt.

Nach der halben Stunde den Topf aus dem Ofen nehmen und das Honig-Hühnerbouillon über die Keulen gießen.

Das Fleisch kräftig mit dem Mittelaltergewürz bestreuen (siehe rechte Spalte).

Die Sultaninen aus dem Wasser nehmen und zusammen mit Datteln und Backpflaumen um das Fleisch herum verteilen.

Nun geht alles nochmal für 20 - 30 Minuten in den Ofen, natürlich wieder mit geschlossenem Deckel.

Zwischenzeitlich die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten.

Nach der Garzeit alles auf einer Vorlegeplatte anrichten und mit den Mandeln bestreuen. 

Dazu gab es bei uns in Knoblauchbutter geschwenkte Salzkartoffeln.

bei mittelalterlichem Rezept darf auch mal ritterlich geschmaust werden.


Fazit

Zunächst hatte ich so meine Zweifel, vor allem wegen des vielen Zimtes in der mittelalterlichen Würzmischung. Das Ergebnis jedoch hat meine Frau und mich bildlich gesprochen "vom Hocker gehauen". Der Zimt war nicht mehr als solcher zu identifizieren, die Gewürzmischung gab dem Ganzen nur einen herzhaften, fast schon mystischen Charakter. Sultaninen, Backpflaumen und Datteln hatten sich mit dem Fleischsaft vollgesogen, und der Honig verlieh dem ganzen Gericht Korpus und Kraft.

Alles zusammen ein pikantes, herzhaftes und vollmundiges Essen, urdeutsch im Geschmack, trotzdem aber schon aus maurischer Küche beeinflusst. Versucht es mal, liebe Freunde der Kochkunst, ihr werdet begeistert sein.