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Mittwoch, 21. Januar 2015

Beef Stew - ganz klassisch


Beef  Stew

Ich hatte so meine Schwierigkeiten, beim Finden der rechten Überschrift zu diesem Artikel. Schlägt man die Bedeutung von Beef-Stew nach, so erhält man Rindfleicheintopf als Ergebnis. Auf der einen Seite stimmt das zwar, denn es handelt sich tatsächlich um einen Eintopf mit Rindfleisch darin. Auf der anderen Seite stimmt es auch wieder nicht, denn ich stelle mir einen Rindfleischeintopf anders vor. Eher mit Bouillon, als mit kräftiger brauner Brühe, wie es dem Beef-Stew zu Eigen ist.

Doch wie übersetzt man das richtig?

Gulaschsuppe vielleicht? Doch die ist auch wieder anders.

Wie dem auch sei, ich würde das Beef Stew nach deutscher Vorstellung zwischen einer Gulaschsuppe und einem Rindfleischeitopf ansiedeln. Allerdings klänge das ziemlich seltsam, als Überschrift zu diesem Artikel:

"Zwischen Gulaschsuppe und Rindfleischeintopf" - komisch, oder nicht?

Deshalb habe ich einfach den englischen Titel beibehalten und mich an die Arbeit gemacht, um ein ganz klassisches Beef-Stew zu kochen. Ohne Klim-Bim und Tam-Tam, denn danach stand mir der Sinn.

Eines ist bei der Angelegenheit enorm wichtig: Das Fleisch muss zart sein. So zart, dass man es mit einem Löffel ganz bequem zerteilen kann. Trotzdem muss es aber auch noch Biss haben. Also nicht ganz einfach, deshalb ist beim Einkauf darauf zu achten, dass es nicht ganz mager ist, sondern über eine schöne Marmorierung verfügt, so gelingt es nämlich 100%ig.

Zutaten für zwei Personen

  • 500 g Rindfleisch
  • 2 dicke Karotten
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 dicke Kartoffeln
  • eine Stange Lauch
  • Petersilie
  • 1 l. Rinderfond
  • Öl zum Anbraten
  • etwas Speisestärke (ca. 1 Teelöffel)
Gewürze
  • Salz
  • Pfeffer
  • Cayenne
  • Thymian
  • Knoblauch

Vorbereitung


Rindfleisch grob würfeln, es dürfen ruhig ordentliche Stücke Fleisch sein.

Karotten schälen und grob zerkleinern.

Lauch putzen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden.

Zwiebeln und Kartoffeln schälen und ebenfalls grob würfeln.

Petersilie grob schneiden.

Aus dem Knoblauch eine Paste herstellen.

Speisestärke in etwas Rinderfond auflösen.



Beef  Stew

Zubereitung

Das Rindfleisch in einem Topf mit dickem Boden oder einer hohen Pfanne anbraten, bis es schön braun ist. Am Besten die Fleischstücke einzeln in den Topf geben und so nebeneinander legen, dass sie sich nicht berühren. Nach 3-4 Minuten haben sie schön Farbe genommen, dann einzeln umdrehen und die andere Seite 3-4 Minuten braten. Kräftig salzen und aus dem Topf nehmen.

Nun die Zwiebeln anbraten, gegebenenfalls noch etwas Öl hinzufügen, bis auch sie Farbe genommen haben. Das Fleisch wieder in den Topf schichten und mit dem Rinderfond ablöschen. Deckel drauf und für zwei Stunden ganz vorsichtig köcheln lassen.

Den Lauch dazufügen und 10 Minuten köcheln lassen.

Kartoffeln und Karotten dazu, mit Cayenne, Salz und Pfeffer abschmecken. Weitere 10 Minuten köcheln lassen.

Mit der gelösten Speisestärke andicken.

Topf vom Herd ziehen und den Thymian sowie die Knoblauchpaste untermischen.

Das Stew auf einem Suppenteller anrichten und mit der Petersilie überstreuen.

Fazit

Ich hatte den Lauch zusammen mit den Kartoffeln und Karotten in den Topf gefüllt, was ihm leider nicht ganz ausreichte, um vollständig durch zu garen. Leider. Ansonsten schmeckte das Stew hervorragend und das Fleisch war genau so, wie es sein sollte: Mit dem Löffel zerteilbar aber trotzdem noch mit Biss.

Inspiriert bei "Jenny Can Cook"

Samstag, 20. Dezember 2014

Enchiladas mit "pulled beef"


lecker gefüllte Enchiladas

Tortillas, Taccos, Nachos. Enchiladas, Burritos, Fajitas - was ist eigentlich der Unterschied?

Wer beim Spanier oder Mexikaner einkehrt und die Speisekarte öffnet, dem fliegen sie nur so um die Ohren, die Tacos und die Nachos; die Burritos, die Enchiladas und die Fachitas. Doch nicht genug des ganzen Zinowers, da tauchen auch noch Quesadillas auf, ganz zu schweigen von Tortillas, die ebenfalls in spanischen Tavernen feil geboten werden. Verstört kratzt man sich am Kopf und wundert sich, was denn nun der Unterschied sei. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der moderne "Fernsehglotzer" knusprige Dreieckschips unter dem Begriff Tortillas abgespeichert hat, denn Chio setzt der gemeinen Verwirrung noch einen drauf, indem sie ihren "feurig mexikanischen Knabberspaß" als Tortilla Chips verkauft.

Was bestellt man nun am besten?

die Füllung

Eigentlich ist alles ganz einfach:

Tortillas:
Zunächst muss man sich im klaren sein, ob man beim Spanier oder Mexikaner sitzt. Denn ein spanisches Tortilla ist ein Omelette mit eingebackenen Kartoffeln. In Mexiko hingegen versteht man unter Tortilla ein Fladenbrot, meist aus Maismehl, ab und an auch aus Weizenmehl gebacken.

Nachos:
Sie sind relativ klein, dreieckig und knusprig. Am ehesten mit den bekannten "Tortilla Chips" zu vergleichen und werden meist mit einer grünen oder roten Salsa als Vorspeise serviert.

Tacos:
Dem eifrigen Aldi, Penni oder Lidl Einkäufer sind sie geläufig, denn regelmäßige spanische oder mexikanische Aktionswochen haben sie hinreichend bekannt gemacht. Es sind nicht ganz zusammengeklappte Fladenbrote. Hart und zerbrechlich kommen sie daher und werden mit allem möglichen gefüllt. Sie gehören in Mexiko zum Fast Food, wie Hamburger in den USA oder Bratwurst in Deutschland.

Quesadillas:
sind weiche Fladenbrote, im wesentlichen mit geschmolzenem Käse gefüllt.

Fajitas:
sind weiche Fladenbrote, die ungefüllt als Beilage zu gebratenem Fleisch o.ä. an den Tisch gebracht werden. Der Gast füllt sie sich dann selbst, ganz nach Gutdünken.

Burritos:
sind auch weiche Fladenbrote, die schon in der Küche gefüllt und zusammengerollt werden.

Enchiladas:
sind ebenfalls weiche Fladenbrote und werden, wie Burritos bereits in der Küche gefüllt. Vor dem Servieren allerdings kommt noch eine Soße obenauf und anschließend werden sie mit Käse überbacken.

Soweit so gut. Nachdem nun Klarheit in's südländische Beilagengewirre gebracht ist, bereiten wir ein paar leckere Enchiladas mit gezogenem Rindfleisch zu.


gezogenes Rindfleisch

Zutaten für zwei Personen

  • ca. 500 g Rindfleisch mit viel Bindegewebe. Es dürfen gerne Sehnen dabei sein, Beinscheibe ist gut geeignet.
  • 4 mexikanische Fladenbrote. Vom Supermarkt oder aus dem türkischen Laden.

zum würzen

  • eine Dose braune oder schwarze Bohnen
  • eine Zwiebel
  • eine Schote Jalapenjo (Peperoni)
  • Salz
  • 1 Teelöffel Tomatenmark
  • 1 Esslöffel Paprika edelsüß
  • gemahlener Kreuzkümmel
  • Öl
  • 4-5 Knoblauchzehen

für die Salsa

  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • Paprika edelsüß
  • Thymian gekerbelt
  • Cayenne
  • Salz
  • brauner Zucker

zum Überbacken

  • geriebenen Käse, nehmt einfach Euren Lieblingskäse.

gezogenes Rindfleisch mit Bohnenpaste gewürzt

Vorbereitung

Das Fleisch:
Das Rindfleisch mit Wasser bedecken und im Schnellkochtopf ca. eine Stunde garen. Wer keinen Schnellkochtopf hat, kann auch einen normalen Topf nehmen und das Fleisch 2-3 Stunden im geschlossenen Topf köcheln. Achtung: Es darf nur gerade so köcheln. Bedeutet: Die Temperatur im Topf liegt bei ca. 110 °C. Dabei verwandeln sich Bindegewebe und Sehnen in Gelatine, was das Fleisch unvergleichlich weich und geschmeidig werden lässt. Es ist fertig, wenn man es mit einer Gabel ganz leicht in Fasern ziehen kann.

Die Würze:
Zwiebeln schälen und würfeln. Jalapenjo waschen, Stiel und Kerne entfernen und ebenfalls würfeln. Aus dem Knoblauch eine Paste herstellen. Alles zusammen in einem Topf mit etwas Öl anschwitzen. Nun die Dose Bohnen mit der Flüssigkeit, Tomatenmark und Paprika hinzugeben und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Mit Kreuzkümmel und Salz abschmecken und beiseite stellen.

Die Salsa:
Alle Zutaten für die Salsa in einem kleinen Töpfchen ca. 10 Minuten köcheln lassen. Gewürze nach Geschmack verwenden und pürieren.

Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Zubereitung

Rindfleisch mit zwei Gabeln in Fasern ziehen. Deswegen heißt es auch "pulled beef". Die Bohnen im Mixer zu Püree verarbeiten und zum Rindfleisch geben. Mit den Händen gut vermischen.
Bei allem gilt natürlich: Vorsicht heiß!
Mit Salz abschmecken und die Fladenbrote (Tortillas) befüllen, zusammenrollen und in eine Auflaufform legen.

Salsa darüber verteilen, mit Käse bestreuen und Im Ofen 15 bis 20 Minuten überbacken.

Enchiladas frisch aus dem Ofen

Fazit
Natürlich. Es ist eine Menge Arbeit, aber es lohnt sich. Das Fleisch ist eine Wucht. Weich. Geschmeidig. Gaumenschmeichelnd. Die Gelatine darin verleiht traumhafte Konsistenz. Dazu die Würze aus Bohnen und Jalapenjo, alles in weiches Fladenbrot gewickelt und als Topping die Salsa mit dem überbackenen Käse - ein umwerfendes Gaumenspektakel.

Montag, 3. November 2014

Das Revival der Pastinake, ein Gastartikel




Eine Wurzel feiert ihr Comeback. Beinahe in Vergessenheit geraten erobert die Pastinake nun wieder deutsche Küchen.
Es gab Zeiten, da gehörten Pastinaken hierzulande beinahe zu jeder Mahlzeit. Sie waren ein wichtiges Grundnahrungsmittel bis Kartoffeln und Möhren ihr den Rang abliefen. Dabei hat das schmackhafte Wurzelgemüse einiges zu bieten. Pastinaken haben einen sehr hohen Nährwert und überzeugen durch ein intensives Aroma.

Die schmackhafte Wurzel und ihre Geschichte
Die Pastinake kann auf eine sehr lange und gleichzeitig aufregende Geschichte zurück blicken. Schon in der Bronzezeit erkannte die Urbevölkerung, wie wertvoll diese Wurzel für die Ernährung ist. Funde belegen dies eindeutig. Damals wurde die Pastinake aber noch nicht kultiviert, sondern in ihrer Wildform gesammelt und verzehrt. Erst die Germanen begannen damit, die Wurzel anzubauen. Während der römischen Germanenkriege unter Kaiser Tiberius gelangte sie sogar in die Hauptstadt des römischen Reiches.
Während der großen Pestepidemien um das 14. Jahrhundert galt ihr Saft als Heilmittel. Bis zum 18. Jahrhundert war das Wurzelgemüse eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel überhaupt.
Nach Einfuhr der damals exotischen Kartoffel sank der Beliebtheitsgrad der Pastinake geradezu in rasantem Tempo. Plötzlich galt das einst beliebte Gemüse nur noch als „Arme-Leute-Essen“. Nach und nach drängten Kartoffel und Möhre die Pastinake vollständig ins Abseits und fast in Vergessenheit.

Herkunft der Wildwurzel
Obwohl es nicht ganz eindeutig ist, gehen Forscher davon aus, dass die Pastinake in ihrer wilden Form vor allem in Mitteleuropa und Nordasien beheimatet ist. Das schmackhafte Wurzelgemüse scheint eine Kreuzung aus Petersilienwurzel und Möhre zu sein, was sowohl optisch als auch geschmacklich am ehesten zutrifft. Die Pastinake ist auch unter den Namen Hammelmöhre, Moorwurzel, Germanenwurzel und Pestnacken bekannt
.
Die Pastinake wiederentdeckt
Lange Jahre sind vergangen, und die Pastinake war fast vollständig aus den deutschen Küchen verschwunden. Dies lag vermutlich daran, dass die Wurzel zu Kriegszeiten fast ausschließlich konsumiert wurde, um in der Not zu überleben. Doch nun erlebt das nahrhafte Wurzelgemüse ein beeindruckendes Revival. Während die Pastinake in vielen Ländern schon lange als echte Delikatesse bewertet wird, kehrt sie erst nach und nach in die deutschen Küchen zurück. In Frankreich, England, der Niederlande, den skandinavischen Staaten und der USA erfreut sich das bekömmliche Gemüse wachsender Beliebtheit. Die Pastinake kann gekocht, püriert oder gebacken werden und ist auch als Rohkost sehr schmackhaft. Sie eignet sich außerdem für die Zubereitung von Baby- und Schonkost.

Unser Rezeptvorschlag: Pastinakenpfanne mit Pilzen und Speck
Ihre Einkaufsliste:
  • 500 g Pastinaken
  • 300 g braune Champignons oder Pfifferlinge
  • 200 g Speckwürfel
  • 1 Zwiebel
  • 2 Eier
  • Himbeeressig
  • Butter
  • Sahne
  • Frischer Schnittlauch
  • Salz, Pfeffer, ggf. etwas Muskat

Im ersten Arbeitsschritt werden die Pastinaken gewaschen und geschält. Anschließend in Finger-dicke Scheiben schneiden oder würfeln. Gleiches mit den Pilzen und diese mit einem EL Himbeeressig mischen. Zwiebeln ebenfalls schälen und klein hacken.
Nun die Speckwürfel in der Pfanne scharf (und trocken) anbraten. Anschließend einen EL Butter zugeben und darin mit dem Speck die Zwiebeln anbraten. Nach ca. zwei Minuten nun die Pastinaken zugeben. Alles gut vermischen und bei mittlerer Hitze etwa fünf Minuten in der Pfanne belassen. Gelegentlich umrühren. Nun die Pilze zugeben und nochmals ca. zwei Minuten scharf anbraten. Die Pastinaken sollten bissfest bleiben.
Im nächsten Schritt Eier und Sahne gut verquirlen. Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen. Die Pfanne vom Herd nehmen und die Flüssigkeit unterheben. Das Eier-Sahne-Gemisch soll dabei lediglich leicht stocken und nicht völlig fest werden.
Garniert mit etwas Schnittlauch servieren.

Viel Spaß beim Nachkochen und Guten Appetit wünscht Objekt-m, Anbieter für Restaurant- & Gastronomieeinrichtung

Samstag, 25. Oktober 2014

Quesadillas mit Guacamole, klassisch mexikanisch


Quesedillas mit Guakamole


Jedes Mal, wenn ich bei uns durch die "Lowes Grocery" wandere um einzukaufen, läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Denn dort gibt es eine Bäckerei, die nichts anderes macht, als frische Flower-Tortillas zu backen. Man kann ein Päckchen mit acht oder neun Stück für schlappe 1,79 $ kaufen. Sie sind noch ganz warm und weich und einfach herrlich.

Kürzlich war es soweit. Ich kaufte mir eine Packung und verwandelte sie in leckere Quesadillas, die ich meiner Familie zum Abendessen servierte. Natürlich nicht ohne die klassische Guacamole.

Gespannt wartete ich auf die Reaktion, denn einer meckert normalerweise immer. Doch siehe da, das Wunder geschah - alle mümmelten genüsslich an den gefüllten Fladen und als Kommentar bekam ich zu hören:

Das kannst du wieder mal machen!

"Wie erfreulich", dachte ich mir im Stillen, "das werde ich dann wohl tun."

In Deutschland gibt es zwar keine Bäckerei für frische Tortillas, aber in jedem türkischen Laden kann man leckeres frisches Fladenbrot kaufen und reife Avocados gibt es sogar im ALDI. Ich bin mir sicher, das daraus ebenso leckere Quesadillas gebacken werden können.

Wer sie also bisher noch nicht versucht hat, sollte es unbedingt mal ausprobieren, es ist ganz leicht.

Ein Tortilla lecker belegt


Zutaten für zwei Personen
  • 4 Tortillas
  • geriebener Käse (je nach Geschmack vom Mozzarella bis zum Appenzeller alles möglich)
  • etwas gekochter Schinken
  • 1 Zwiebel
  • 1 rote Paprikaschote
  • frische Blattpetersilie
  • Salz
  • zerstoßene Chilischoten
für die Guakamole
  • 2 reife Avocados
  • Saft von 1/2 kleinen Zitrone oder einer Limette
  • Salz

Vorbereitung

Zwiebel schälen und sehr fein würfeln.

Paprikaschote waschen, Kerne entfernen und ebenfalls sehr fein würfeln.

Petersilie waschen und einige Blättchen abzupfen.

Den Schinken in kleine Stückchen reißen oder in Streifen schneiden.


Zubereitung

Zuerst die Guacamole.
Dazu die Avocados halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch kreuzweise einschneiden. Mit einem Löffel aus der Schale schaben und zu einem groben Püree verarbeiten. Ich drückte sie einfach durch die Kartoffelpresse, man kann sie allerdings auch mit der Gabel oder einem Kartoffelstampfer zerkleinern.

Nun schnell den Zitronen- bzw. Limettensaft dazugeben. Einen Teil der gewürfelten Zwiebeln und Paprika untermischen, mit Salz abschmecken und sofort eine Frischhaltefolie direkt auf das Avocadopüree legen. Mit der Hand fest andrücken und alle Luft herausstreichen. So kann nichts oxidieren und die frische grüne Farbe bleibt erhalten. Beiseite stellen.


So kann Guacamole nicht oxidieren und die schöne Farbe bleibt erhalten


Nun die Quesedillas.

Einen Tortillafladen belegen, mit Käse, Schinken, Zwiebelwürfeln, Paprikawürfeln und einigen Blättchen Petersile. Mit Salz und Chili nach Geschmack würzen und einem weiteren Tortilla bedecken.

Anschließend sollten die Quesedillas, einer nach dem anderen, in der Pfanne gebacken werden. Zunächst von einer Seite, bis der Käse zu schmelzen beginnt. Dann umdrehen und von der anderen Seite fertig backen. Dazu ist es nicht erforderlich, viel Öl in die Pfanne zu geben. Leicht einfetten reicht vollkommen aus.

Sofort mit der Guacamole servieren und genießen.

Fazit

Wie bereits gesagt, es war unglaublich lecker.
Allerdings buk ich alle Quesedillas auf einmal im Ofen,  der Einfachheit halber. Deswegen wurde die Oberfläche etwas trocken. Beim nächsten Mal werde ich mir tatsächlich die Mühe machen und alle in der Pfanne backen.


Vorschau

Im nächsten Artikel geht es darum, wie einfach es ist, leckere Laugenbrezeln selber zu machen. Schaut wieder vorbei, bei "Abenteuer Kochen".  

Sonntag, 24. November 2013

Shish Kebab oder: Schlechtwettergrillen in der Küche


Shish Kebabs auf dem Elektrogrill


November.

Die letzten freundlichen Tage sind vorüber und die Sonne hat sich endgültig verkrochen - hinter Nebel, Wolken und Regen. Der Sommer, nur noch eine blasse Erinnerung im grauen Einerlei des vorwinterlichen Schmuddelwetters.

Blattlose Bäume strecken ihre grauen Äste wie Skelettfinger in den Himmel, in einem verzweifelten Gebet um Sonne und Licht.

Ein paar Krähen, die nicht nach Süden geflohen sind, krächzen mit greiser Stimme ihr gruseliges "Krah Krah" in eine farblose Welt.

Der Boden hat sich verwandelt in weite Ebenen aus Schlamm und Dreck, kalte Lachen aus braunem Wasser ziehen gespenstisch Kontraste in das öde Land.

Als ich kürzlich aus dem Fenster schaute und meine Seele baumeln ließ, musste ich unweigerlich an all die schönen, lauen Sommerabende denken, die wir vor unserem Barbecue verbrachten. Dabei entstand der Wunsch, dass am Wochenende mal wieder gegrillt würde. Zwar nicht im Garten, aus novemberlichen Gründen, dafür aber in der Küche. Und als ich beim Wochenendeinkauf in der Auslage meines Metzgers eine leckere Lammkeule entdeckte, wurde auch schnell klar, was gegrillt würde - nämlich "Shish Kebabs" und zwar mit meinem Elektrogrill.


Zutaten für zwei bis drei Personen
  • eine Lammkeule, ausgelöst
  • 4 mittelgroße Tomaten
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 grüne Paprikaschoten
  • Salz
für die Marinade
  • 2 mittelgroße Tomaten
  • eine mittelgroße Zwiebel
  • 5-6 Zehen Knoblauch
  • 5 Esslöffel Joghurt
  • 4 Esslöffel Olivenöl
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • Oregano getrocknet
  • Chili nach Geschmack (getrocknet und zerstoßen)
  • 1 Teelöffel Paprikapulver
  • 1 Teelöffel Koreanderpulver
  • 1 Teelöffel Kreuzkümmel gemahlen

Vorbereitung

für die Marinade:

Tomaten waschen, Stielansätze entfernen und grob würfeln.
Zwiebel schälen und ebenfalls grob würfeln.
Aus dem Knoblauch eine Paste herstellen.

für die Spieße

Fleisch in große Würfel schneiden.
Tomaten waschen, Stielansätze entfernen und in Spalten schneiden.
Kerne entfernen und aufbewahren.
Zwiebeln ebenfalls in Spalten schneiden und Schichten ablösen.
Paprikaschoten waschen, Kerne entfernen und in Würfel schneiden.


Zubereitung

Zunächst die Marinade herstellen:
Dazu die Tomaten mit den Zwiebeln durch den Mixer jagen und in eine Schüssel umfüllen. Die Tomaten enthalten genug Flüssigkeit. Alle anderen Zutaten für die Marinade ebenfalls in die Schüssel geben und mit dem Schneebesen gut vermischen.

Achtung: Kein Salz hinzugeben, gesalzen wird erst kurz vor dem Grillen.

Die Marinade nun in einen Gefrierbeutel füllen und das Fleisch dazu. Den Beutel verschließen und alles gut durchmassieren. Über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Ist das Fleisch gut durchgezogen, werden die Kebabs hergestellt:
Dazu immer im Wechsel ein Fleischstück, ein Tomatenschnitz, eine Zwiebelspalte und ein Stück Paprika aufspießen.

Sind alle Zutaten auf dem Spieß, wird die verbleibende Marinade zusammen mit den Gemüseresten in einem Topf gesammelt und 15-20 Minuten geköchelt. Anschließend pürieren und mit Salz abschmecken. Warm halten.

Shish Kebabs frisch aufgespießt


Nun die Spieße salzen, grillen und auf Tellern mit dem Püree servieren, entweder mit Reis oder Pita Brot.


Fazit

Uns hat es sehr gut geschmeckt, das Fleisch war herrlich zart und hat das Aroma der Marinade wunderbar angenommen. Der Lammgeschmack blieb trotzdem noch im Hintergrund erhalten, was uns sehr entgegen kam. Der absolute Hammer aber war das Püree, es schmeckte einfach himmlisch.

Leider habe ich nur einen ganz billigen Tischgrill. Mit einem etwas gehobeneren Modell,  wie man ihn zum Beispiel im Fachhandel oder bei Grillfürst bekommt, hätte das Fleisch noch wesentlich besser zubereitet werden können. Bei GutscheinKraft gibt es sogar einen Gutschein dafür, über den man die Versandkosten spart.

Dienstag, 17. September 2013

Schweinefilet, Backpflaumen, Blätterteig und eine Farce


Schweinefilet in Backpflaumenfarce im Blätterteigmantel

Gäste sind ein Geschenk und Geschenke sind wertvoll.

Diese Einstellung dürfte den meisten Menschen in allen Kulturen und Religionen durch alle Zeiten hindurch gemein sein. Was ist schöner, als einen gemeinsamen Abend mit Gästen zu verbringen, sich fröhlich spaßend zu begegnen, zusammen aktuelle gesellschaftliche Probleme zu erörtern oder einfach nur interessante Gedanken auszutauschen?

Ich persönlich liebe solche Möglichkeiten, meine Zeitgenossen zu treffen. Wertvoll sind sie, diese seltenen Augenblicke des Lebens, zwischen aller Hast und Eile des Alltags. Und wie das mit wertvollen Dingen so ist, man sollte sich Mühe damit geben, ihre Bedeutung zu erhalten.

Leckere Speisen, ausgewählte Getränke und schöne Tischdekoration tragen erheblich dazu bei, damit der gemeinsame Abend auch gelingt. Denn nicht nur Qualität und Quantität des Essens ist entscheidend für ein gelungenes Zusammensein, im Endeffekt geben investierte Mühe und entgegengebrachte Wertschätzung den Ausschlag.

Leider stehen wir genau an dieser Stelle vor einem klitzekleinen Problem, denn wer sich seinem Besuch gebührend widmen möchte, kann schlecht nebenbei ständig an Töpfen, Pfannen und Kochlöffeln hantieren, jedes vernünftige Gespräch würde so im Ansatz erstickt.

Deswegen sind außergewöhnliche Rezepte, die sich für gemeinsame Abende eignen, wie kleine Juwelen. Rezepte wie dieses zum Beispiel, die nachmittags gut vorbereitet werden können, am Abend fast keinen Aufwand mehr erfordern und trotzdem ein formidables Mahl abgeben. Ich entdeckte es vor einiger Zeit irgendwo in den zahllosen Veröffentlichungen vom Chefkoch und vergangenes Wochenende endlich war es soweit, dass ich es auf den Tisch brachte.


Zutaten für 2 Personen
  • eine Schweinelende ca 500 g
  • eine Packung Blätterteig
  • flüssige gesunde Butter
  • 2 Esslöffel Pinienkerne
  • Salz
  • Pfeffer
  • gesundes Öl
für die Farce
  • eine Packung Backpflaumen (ca. 250 g)
  • 500 ml Rotwein
  • 2 Schoten Sternanis
  • 2-3 Nelken
  • 1 Teelöffel rosa oder grünen Pfeffer
  • zwei Stangen Zimt
  • eine Orange (unbehandelt)
  • Meersalz

Zubereitung

Als erstes muss die Farce hergestellt werden, da sie einige Zeit Ruhe benötigt.

Dazu:

Orange auspressen, die Hälfte der Schale mit einem Pendelschäler abschälen und in kleine Streifen schneiden.
Wein, Orangensaft, Orangenschalen, Sternanis, Nelken, Pfeffer und Zimt miteinander in einem Topf kurz aufkochen. Vom Herd ziehen, die Backpflaumen hineingeben und für einige Stunden marinieren.
Anschließend durch ein Sieb gießen, die Flüssigkeit auffangen und Backpflaumen von den restlichen Gewürzen trennen.
Backpflaumen in einem Cutter oder mit dem Stabmixer pürieren, dabei etwas von der aufgefangenen Flüssigkeit dazugeben, bis die Farce schön geschmeidig geworden ist, mit Salz abschmecken.

Nun zum Rest:

Backofen auf 200 °C Heißluft vorheizen.
Pinienkerne in einer trockenen Pfanne rösten.
Von der Lende die dünne Spitze abschneiden, sodass ein durchgängig gleich dickes Stück Fleisch zur Verfügung steht.
Das Filet von allen Seiten scharf anbraten, salzen, pfeffern und kurz abkühlen lassen.

Backblech mit Backpapier auslegen und den Blätterteig darauf ausrollen.


Filet auf Blätterteig mit der Farce überzogen

Auf  das erste Viertel Teig etwa 1/4 der Farce verteilen und das Fleisch darauf legen. Den Rest der Farce um das Fleisch herum auftragen und mit den Pinienkernen bestreuen.
Nun alles einwickeln und die Teigrolle an den Enden gut verschließen.
Mit der Butter dick bestreichen und ca. 30-40 Minuten vorm Servieren in den Ofen schieben. Je nach Geschmack bei einer Kerntemperatur von 68° bis 71° herausnehmen, anrichten und zum Beispiel Rapunzeln beilegen.

Die restliche Marinade während der Garzeit zu einer Glace einköcheln lassen, mit Salz kräftig abchmecken und das Fleisch damit beträufeln.

Dazu passt ein guter, trockener Rotwein. Wer das Glück hat, in einer Weingegend zu wohnen kann leicht mal um die Ecke zum Winzer seines Vertrauens gehen. Ansonsten bietet natürlich der einschlägige Fachhandel geeignete Tröpfchen oder aber im Internet kann auch bestellt werden, der Weisshaus Blog zum Beispiel wäre eine gute Adresse. Dabei lohnt es sich auch mal mehr auszugeben, als 2,50€ beim Discounter, denn der Wein vollendet Schluck für Schluck jeden Bissen dieses kräftigen Gerichtes.


Fazit

Wir verbrachten einen sehr schönen gemeinsamen Abend mit unseren Gästen. Die fruchtig, würzige Farce verlieh dem ansonsten eher zurückhaltenden Geschmack der Lende herrliches Aroma, während der krosse Blätterteig Kraft und Fülle beisteuerte. Und das beste war, dass ich als Koch mich den ganzen Abend entspannt an allen Gesprächen beteiligen konnte und trotzdem ein leckeres Essen auf den Tisch brachte.

Donnerstag, 5. September 2013

Steinpilz Lamm Risotto - ein mediterranes Sommerende


Steinpilz Lamm Risotto


Nun ist es wieder so weit, der Sommer neigt sich dem Ende zu.

Noch ein sonniges Wochenende ist und vergönnt, dann folgt der Kälteeinbruch, zumindest wenn man den Wetterprognosen Glauben schenken möchte.

Doch nicht nur ein Sommer geht zu Ende, auch unser Urlaub. Leider. Eine herrliche Reise mit dem Wohnwagen entlang der kroatischen Mittelmeerküste war uns vergönnt und ich kann es irgendwie immer noch nicht glauben, dass ab kommender Woche wieder der kalte deutsche Alltag beginnt.

Da bleibt nur noch ein leckeres mediterranes Abschiedsmahl und da ich heute Strohwitwer bin, gilt es natürlich ein Essen zu kochen, das bei meiner besseren Hälfte nicht so gut ankommt, ich aber gerne esse.

Risotto und Pilze sind in diesem Fall gut gewählte Hauptzutaten und um es so richtig südländisch zu machen, wird der Reis mit Kräutern, Olivenöl, Knoblauch und Lamm bereichert.


Zutaten pro Person
  • 150 g Lammfleisch
  • 100 g Risottoreis
  • einen Esslöffel getrocknete Steinpilze
  • 0,1 Liter trockenen italienischen Weißwein
  • eine Zwiebel
  • 2-3 Zehen Knoblauch
  • 3 halbe eingelegte getrocknete Tomaten
  • 2-3 Zweige Thymian
  • einen Zweig Rosmarin
  • einige Blätter Minze
  • eine getrocknete Schote Chili
  • einen Esslöffel geriebenen Parmesan
  • Olivenöl 
  • 1/2 Liter Lammfond
  • Salz
  • Pfeffer

Vorbereitung

Das Lammfleisch grob würfeln und in einer sehr heißen Pfanne in etwas Öl kurz anbraten und zur Seite stellen. Es sollte noch medium sein, also innen eine leichte rosa Färbung aufweisen.

Die Steinpilze in etwas Wasser ca. 20 Minuten einweichen.

Zwiebel würfeln.

Aus dem Knoblauch eine Paste herstellen.

Tomaten in Küchenkrepp entfetten und in feine Streifen schneiden.

Kräuter von den Stängeln zupfen und fein wiegen, Chili zerstoßen und alles zusammen mit 2 Esslöffeln Olivenöl vermischen. Ebenfalls 20 Minuten ziehen lassen.


Zubereitung

Etwas Öl ein einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln darin glasig dünsten, den Reis zufügen und kurz anbraten.

Mit dem Weißwein ablöschen.

Pilze mit dem Einweichwasser hinzufügen, ebenso die in Streifen geschnittenen Tomaten.

Unter ständigem Rühren die Flüssigkeit einköcheln lassen.

Dann immer wieder schluckweise vom Lammfond dazugeben und einköcheln lassen, bis der Reis die richtige Konsistenz aufweist. Er sollte außen weich sein und innen noch einen leichten Biss haben, das dauert ca. 20 Minuten.

Wenn das Risotto soweit fertig ist, Fleisch, Parmesan, Knoblauch und das Kräuteröl hinzufügen. Kurz durchrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.


Fazit

Ein Traum, ich kann überhaupt nicht verstehen, wie man ein gutes Risotto verschmähen möchte. Es ist so voll im Aroma, cremig verführt es den Gaumen und reizt alle Geschmacksknospen zu einer vollendeten Genusssinfonie. Leider koche ich viel zu selten dieses herrliche Gericht.

Freitag, 14. Juni 2013

Spargelpasteten - ein badisches Vergnügen


Pasteten mit Spargel gefüllt


Zur Zeit läuft die Spargelernte auf Hochtouren. Manchmal könnte man meinen, das badische Ländle ertrinkt förmlich im Spargel. Überall wird er angeboten und lockt zum Kauf.

Ich bin da besonders empfänglich, weil wir dieses leckere Gemüse von Herzen lieben. Vor allem klassisch, mit gekochtem Schinken, Sauce Hollandaise und Salzkartoffeln, essen wir ihn besonders gerne - den spargeligen Kumpanen. So bereitete ich ihn auch die letzten Male zu und als ich diese Woche zum zweiten Mal mit den weißen Stängchen nach Hause kam, war mir danach, mal wieder ein neues Rezept zu versuchen.

Also griff ich als erstes zu meinem Buch der "Badischen Küche", schlug es auf und prompt lächelte mich dieses Rezept an, was ich auch sofort umsetzte. Nur noch schnell die restlichen Zutaten besorgt und dann ging es los.

Zutaten für 2 Personen
  • 1 kg Spargel
  • 150 g gekochter Schinken
  • 2 Esslöffel Butter
  • 2 Esslöffel Mehl
  • 1/2 Liter Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 100 ml Sahne
  • 2 hart gekochte Eier
  • 1 Esslöffel Gratinkäse
  • Salz
  • 4 Blätterteigpasteten (gibt es beim Bäcker)

Vorbereitung

Spargel schälen und bissfest vorgaren.

Schinken fein würfeln.

Eier pellen und ebenfalls fein würfeln.

Ofen auf 225 °C Ober- Unterhitze vorheizen.


Zubereitung

Butter in einem Topf mit dickem Boden auslassen, Mehl dazugeben, mit dem Schneebesen verquirlen und so lange erhitzen, bis der Mehlgeruch verflogen ist. Achtung, nicht zu heiß werden lassen, die Masse darf nicht bräunen.

Mit der Brühe schluckweise unter ständigem Rühren ablöschen und vorsichtig aufkochen.

Bei sehr niedriger Hitze ca. 5 Minuten weiter köcheln, dabei immer wieder umrühren.

Sahne hinzufügen, vorsichtig aufwallen lassen, anschließend die gewürfelten Eier und den Schinken unterheben.

Spargel schräg in 1 cm lange Stückchen schneiden und ebenfalls unterheben.

Mit Salz abschmecken und alles ca. 15 Minuten durchziehen lassen.

Die Pasteten im Ofen knusprig ausbacken (ca. 5 Minuten).

Die Masse nochmal kurz erhitzen und den Gratinkäse einrühren. Jetzt nicht mehr kochen, sonst zieht der Käse Fäden.

Die Pasteten aus dem Ofen nehmen, befüllen und sofort servieren.


Fazit

Dazu gibt es nicht viel zu sagen, es war einfach ein Gedicht.

Inspiriert aus: "Badische Küche"  von Peter Ploog

Donnerstag, 9. Mai 2013

Spargel in Parmaschinken mit Avocado-Parmesan Creme und frischem Meerrettich



Spargel, Parma und Avocado-Parmesan Creme, dazu Kartoffeln mit Meerrettich bestreut 

Vorfreude?

"Vorfreude ist die schönste Freude!", sagt zumindest der Volksmund.

Leider gilt das nicht, wenn man einen größeren Event vorbereiten möchte. Zumindest ging uns das so, als wir kürzlich einen runden Geburtstag mir ca. 50 Gästen arrangierten. Die Vorfreude ging da vollkommen im Organisieren und Managen der Party unter.

Die ganze Hektik ging mir durch den Kopf, als ich auf der Suche nach neuer Inspiration für "Abenteuer Kochen" war und ich auf die Website vom blauen Hummer stieß. Ich muss zugeben, ich schielte mit gewissem Neid auf die Menschen in den großen Städten. Locations für Partys und Events in Hamburg oder Berlin werden dort zum Beispiel angeboten. Das gesamte Fest wird dort ganz professionell aus einer Hand organisiert. Klasse, das gefällt mir gut, denn so kann man sich auf den Abend und seine Gäste auch schon im Vorfeld freuen.

Speziell die unzähligen, raffinierten Menüzusammenstellungen hatte es mir angetan. Inspiration pur sozusagen.
Besonders ins Auge gesprungen ist mir folgender kleiner Menüvorschlag:

"Grüner Spargel, neue Kartoffeln mit Meersalz & Avocado-Cream"

Spargel und Avocado, eine Kombination, die ich unbedingt versuchen musste, allerdings ergänzte ich noch etwas Parmesan zur Creme und in Butter geröstete Brösel zu den Kartoffeln.


Zutaten für zwei Personen

  • 500 g weißen Spargel
  • 500 g grünen Spargel (er sollte genauso dick sein, wie der weiße)
  • Parmaschinken in feinen Scheiben
  • 6 bis 10 kleine Kartoffeln
  • 2 Avocados (sollten sie zu fest sein, noch einige Tage liegen lassen)
  • 2 Esslöffel Parmesan gerieben
  • 2-3 Zehen Knoblauch
  • Meerrettichwurzel
  • einen Esslöffel Zitronensaft
  • Butter
  • Paniermehl
  • Salz
  • Zucker
  • Pfeffer

Vorbereitung

Weißen Spargel ganz schälen, vom grünen ungefähr die untere Hälfte.

Knoblauch schälen und eine Knoblauchpaste daraus herstellen.

Kartoffeln schälen.

Avocados in der Mitte zerteilen, in zwei Hälften klappen und den Kern entfernen.


Zubereitung

Als erstes die Avocado-Creme herstellen.
Mit dem Teelöffel das Fruchtfleisch aus der Schale heben und in einen Mixer füllen. Sofort den Zitronensaft darüber verteilen (damit die Frucht nicht oxidiert und die schöne grüne Farbe beibehält), Parmesan, Knoblauch, Salz und Pfeffer dazugeben und zu einer Creme verarbeiten. Eine Frischhaltefolie darüberlegen und alle Luft darunter herausdrücken, zur Seite stellen.

Spargel mit je einer Prise Salz und Zucker garen, bis er noch bissfest ist.

Kartoffeln kochen.

Etwas Butter in einer Pfanne auslassen und zwei Esslöffel Paniermehl darin bräunen. 

Alles miteinander auf zwei vorgeheizten Tellern anrichten, etwas frischen Meerrettich darüber reiben und servieren.


Fazit

Es schmeckte hervorragend und wir schlemmten von Herzen. Beim nächsten Mal allerdings würde ich noch etwas mehr Parmesan in die Avocadocreme einarbeiten und die Brösel mit mehr Butter anreichern.

Mittwoch, 17. April 2013

Püree aus roter Bete, dazu ein Sesam-Ei und Kresse-Frischkäsebrot, abgerundet durch etwas frisch geriebenen Meerrettich


Abendbrot mit Abendrot


Grandios.

Mehr gibt es nicht zu sagen, zu dem Buch vom Tim Mälzer.

"GREENBOX"  heißt es und ist nach meinem Dafürhalten ein meisterliches Werk. Eine küchenfrivole Komposition aus Einfallsreichtum, Mut und Eleganz.

Ich bekam es geschenkt, als ich mehrere Gäste zum Abendessen lud, unter dem Motto "Grün". Doch was mir unser Besuch an jenem Abend, nett verpackt in die Hände drückte, war eigentlich gar nicht "nur" ein Kochbuch. Vielmehr stieß es eine Türe auf, machte einen Weg frei, zu ganz neuen Dimensionen des Kochens.

Mir fiel schon beim ersten Durchblättern auf, dass etwas Besonderes in meinen Händen lag. Als ich jedoch zu lesen begann, konnte ich nicht mehr aufhören. Selbst mein spannender Roman, den ich gerade las, verschwand in der Schublade, denn GREENBOX übte eine unvergleichliche Faszination aus - zog mich quasi in seinen Bann.

Doch nun genug der Schwärmerei, Tim Mälzer verspricht im Vorwort ein Buch, das vegetarische Küche mit solchem "Wumms" bereichert, dass selbst der unverbesserliche Fleischliebhaber nichts vermisse.

"Pah!", dachte ich mir "so ein Quatsch!"

Und natürlich werde ich nicht zum Vegetarier, doch eines muss ich ihm lassen: Die Rezepte und der Einfallsreichtum an Kombination verschiedenster Zutaten lässt bei vielen Rezepten das Fleisch tatsächlich nicht vermissen.

Soweit zu meiner persönlichen Meinung, ein Anderer mag vielleicht auch weniger begeistert sein.

Heute stelle ich Tim Mälzers Idee vor, Rote Bete in einem Püree zu verarbeiten. Er servierte dazu Kresse-Brotsalat und ein pochiertes Ei, ich ein gekochtes, in Sesam gewälztes und ein Frischkäse-Kressebrot. Das ganze mit frisch geriebenem Meerrettich bestreut, da kommt wirklich Wumms ins Essen.


Zutaten für zwei Personen

für das Püree

  • 250 g Rote Bete, vorgegart
  • etwas Zitronensaft 
  • Salz
  • Olivenöl ein bis zwei Esslöffel
für die Beilagen
  • eine Scheibe Vollkornbrot
  • Frischkäse
  • etwas frische Meerrettichwurzel
  • Kresse
  • zwei Eier
  • einen Esslöffel Sesam

Vorbereitung

Sesam in einer beschichteten Pfanne rösten, bis er duftet.

Meerrettich fein reiben, pro Person ca. einen Esslöffel.


Zubereitung

Rote Beete stückeln, schneiden und im Mixer unter Zugabe von etwas Olivenöl pürieren.

Das Püree in einen Topf füllen, mit Salz und Zitronensaft abschmecken.

Eier anpieksen und in siedendem Wasser sieben Minuten kochen, bei geschlossenem Deckel; herausnehmen, abschrecken und schälen. 
Anschließend im Sesam wenden.

Püree im Topf erwärmen. Achtung: Nicht zu heiß werden lassen, Rote Bete brennt schnell an und schmeckt dann widerlich.

Das Vollkornbrot mit Frischkäse großzügig bestreichen, eventuell etwas salzen und auf einem Teller anrichten.

Das warme Püree am Brot anlegen, die Eier halbieren und zwischen Brot und Püree drapieren. Das ganze mit Kresse und Meerrettich bestreuen und genießen.

Rote Bete Püree, Sesamei, Vollkornbrot mit Frischkäse und Kresse


persönliche Beurteilung

Als ich das Rezept las, hegte ich zunächst zwei Bedenken. Ich bin nämlich kein Freund vom sehr erdigen Geschmack der Roten Bete und befürchtete, dass im Püree dieser Erdgeschmack zu dominant würde. 

Wie positiv überrascht wurde ich dann von einem eher süßlichen Charakter, den die Ranen an den Gaumen legten, während sich die irdene Komponente als Hauch im Hintergrund hielt. Zusammen mit der Säure des Zitronensaftes und dem Salz, das der ganzen Speise Volumen spendete schmeckte uns das Mus hervorragend.

Mein zweites Bedenken galt der frischen Meerrettichwurzel, denn während ich die Schärfe von Chili sehr gerne habe, hege ich eine gewisse Abscheu vor zu viel Schärfe der Senföle. Von daher war ich zunächst sehr vorsichtig mit dem Meerrettich, konnte allerdings schon nach dem ersten Bissen Entwarnung geben. Die Schärfe wurde vollständig absorbiert durch den Rest der Zutaten, im Gegenteil ich nahm sogar nach und so kam denn wirklich Wumms ins Essen. 

Sehr gut machte sich auch die Kombination zwischen Frischkäse und Kresse. 

Alle Einzelkomponenten schließlich wurden abgerundet und miteinender verbunden durch das Ei und den Hauch von geröstetem Sesam. 

Sehr lecker und sehr empfehlenswert, so mein abschließendes Urteil.

Sonntag, 10. März 2013

Orangen Ingwer Hähnchen, mit geröstetem Sesam und geschmortem Spitzkohl


der fein gehobelte Knoblauch hat es in sich


Gesundheit fängt in der Küche an.

Man merkt das im Allgemeinen nach dem Essen, nämlich am "Schnapsindikator".

Zum Beispiel so ein schöner fettig glänzender Schweinsbraten, gekrönt von knuspriger Schwarte, dazu goldgelbe Spätzle, mit jeder Menge Eier im Teig, das ist lecker. Natürlich müssen die Spatzen auch gut rutschen, deswegen gibt's noch eine ergötzliche Rahmsoße, die am besten kurz vor dem Servieren nochmal mit einem ordentlichen Stück kalter Butter gebunden wurde. Ja, da läuft einem das Wasser im Munde förmlich zusammen. So richtig reinhauen möchte man da am Liebsten.

Als Beilage gibt's dann halt auch noch nen Salat, "...net unbedingt weil's so lecker isch, au net zu groß sod er sein, es isch ja bloß wege der Vitamine, ums Gwisse zu beruhige".

Nach vollendetem Genusse jedoch fängt's an, das Zwicken und Zwacken im "Ranzen". Doch kein Problem, ein kräftiger Schluck Schnaps schafft Expressabhilfe.

Der "Schnapsindikator" eben, an ihm erkennt man ohne viel Federlesen und Studieren, wie gesund eine Speise war ;-).

"Das ist ja alles ganz schön und gut", mag sich jetzt manch einer denken "aber Gemüse schmeckt halt nicht so richtig."

"Stimmt!", wenn es nämlich stundenlang gekocht wird, bis aller Biss und auch das letzte Quäntchen Geschmack herausgekocht und mit dem Garwasser abgeschüttet wurde, dann schon.

Dabei ist es ganz einfach, gesund und lecker zu kochen. Die Asiaten machen es uns vor. Gemüse und Fleisch wird frisch zubereitet und ganz fein geschnitten, dann im WOK nur kurz erhitzt, mit leckeren Kräutern und Gewürzen versehen und schon steht es auf dem Tisch. Mineralien und Vitamine haben gar keine Zeit, sich zu "verdünnisieren". Sie bleiben ganz einfach in den Speisen und warten darauf, vom Genießer mit Freude verzehrt zu werden, um hernach ihre reinigende, stärkende und gesundheitsfördernde Kraft im Körper gänzlich entfalten zu können.

Als Beilage etwas gedämpften Reis, da kommt Freude auf, beim Essen und hernach strotzt der Mensch förmlich vor Tatendrang und Wohlgefühl.

Und der Schnapsindikator? Null steht auf seiner Anzeige. Großartig! So soll's sein.

Interessant in diesem Zusammenhang finde ich auch, dass die Technik des "Dämpfens" in den Küchen Asiens einen wesentlich höheren Stellenwert hat, als hierzulande. Während wir Deutschen noch denken, Gedämpftes sei lasch und geschmacklos, habe Asiaten schon längstes erkannt, dass gedämpfte Speisen ihre Inhaltsstoffe größtenteils behalten und somit auch ihren Geschmack. Das geht hin, bis zu ganzen Fischen, die gedämpft ihren gesamten Reichtum an Protein zur Verfügung stellen und so viel zur Gesundheit des Menschen beitragen.

Im Vitamine Ratgeber oder bei aminosäure.org kann über gesundes Essen noch allerlei Interessantes nachgelesen werden, schaut einfach mal vorbei.

Ich persönlich mache mich jetzt an mein Orangen-Ingwer Hähnchen, mit geröstetem Sesam und geschmortem Spitzkohl.

Zutaten für 2 hungrige Personen

  • 500 g Hühnerbrust
  • 1/2 kleineren Spitzkohl
  • eine rote frische Chili
  • eine Orange
  • daumengroßes Stück frischen Ingwer
  • 5-6 Knoblauchzehen
  • einen Esslöffel Honig
  • Salz
  • 200 ml Geflügelfond
  • ca. einen Teelöffel Speisestärke in kaltem Wasser gelöst
  • einen Esslöffel Sesam
  • Sojasauce
  • hitzebeständiges Öl zum Anbraten

Vorbereitung

Hühnerbrust waschen, trocken tupfen und in feine Scheiben schneiden.

Vom Spitzkohl den Strunk herausschneiden und in ca. 2 cm dicke Streifen schneiden.

Chili waschen und schräg in kleine Ringe schneiden.

Knoblauch salzen und grob hacken, eine Zehe vorher zur Seite legen.

Mit einem Sparschäler die Hälfte der Orange schälen, die Schalen in sehr feine Streifen schneiden.

Sesam ohne Öl rösten, bis er duftet.

Ingwer fein reiben.

Orange erst mit dem Sparschäler geschält...          dann  mit dem Messer in Streifen geschnitten



Zubereitung

Fleisch in 2-3 Portionen im heißen Wok mit einem Teelöffel Öl anbraten, bis es etwas Farbe genommen hat, aus dem Wok nehmen und beiseite stellen.

Kohl ebenfalls in einem Schuss Öl anbraten, bis er Farbe genommen hat und schön zu duften beginnt. 

Nun Chili, Orangenschale, und Knoblauch dazugeben und unter ständigem Wenden ca. 1 Minute erhitzen.

Mit einigen Spritzern Sojasoße und dem Honig abschmecken. 

Fleisch wieder dazufüllen und mit dem Fond ablöschen, kurz aufwallen lassen und nochmal ca. 1-2 Minuten köcheln lassen.

Nun den Ingwer unterheben, mit etwas Speisestärke binden und nach Gusto salzen.

Auf einer vorgewärmten Platte anrichten, mit dem gerösteten Sesam bestreuen und die letzte Knoblauchzehe ganz fein darüberhobeln.


Fazit

Ich fand es sehr gelungen. Orange, Hühnchen und Ingwer gibt sowieso immer einen geschmacklichen Sechser. Der geschmorte Kohl spendete im Hintergrund einen Hauch seines typisch rauchigen Aromas, während die Chiliröllchen mit ihrer pikanten Schärfe dem ganzen Gericht den nötigen Pep mit auf den Weg gaben. Die Krönung aber war der geröstete Sesam, nicht dominant aber doch immer wieder mal zu schmecken. Nur ein bisschen eben, gerade so, dass man ab und wann geschmacklich aufmerkte und kurz dachte: "Aaaah lecker, Sesam!"

Meine liebe Gattin fand es ebenfalls sehr schmackhaft, jedoch wünschte sie sich noch mehr vom Orangenaroma. 

Mittwoch, 6. März 2013

Triangoli Gorgonzola - so schmeckt Italien


"o sole mio" in deutscher Küche


Seit ich den kleinen italienischen Delikatessenladen in Rastatt um die Ecke entdeckt habe, muss ich dort ständig vorbeischauen. Zum einen regen all die verführerischen Leckereien sowohl meine  Fantasie als auch den Appetit an, zum anderen plaudere ich gerne mit Guiseppe, den Inhaber der Taverna. Dabei geht es meist über das Leben im Allgemeinen und italienisches Essen im Speziellen. Bei einer feinen Tasse Espresso genieße ich den Moment und freu mich schon darauf, das soeben erstandene Schmankerl später mit Lust und Muße zuzubereiten.

"Pasta e Pesto, so schmeckt Italien!", nennt er sich, der Giuseppe. 

Jedesmal wenn ich dort war und meinen Blick durch die Auslagen streichen ließ, blieb ich bei den Triangolis mit Gorgonzolafüllung hängen. Zu oft schon spielte ich mit dem Gedanken, sie nun endlich zu kaufen, doch irgendwie bot sich keine passende Gelegenheit, diese leckere Pasta für uns auf den Tisch zu bringen. Doch kürzlich war es soweit und ich schlug zu.

"Wie würdest du sie denn kochen?", fragte ich Giuseppe.
"Aaaaaah auf keine Fall mit Tomatensoße. Du braucht gar nicht viel für richtig gute Geschmack mit diese Pasta. Olivenöl, Salbei, Salz und diese kleine rote Tomate, mehr nicht. Die Pasta nur in heiße Wasser zwei Minute ziehe lasse. Salbei in de heiße Öl knusprig brate und Tomate kurz warm mache, dann die Pasta durch die Pfanne ziehe und schnell esse."

"Jawohl, genau so mache ich es.", sagte ich, doch leider ließ sich nirgendwo Salbei auftreiben. Ich ersetzte es also kurzerhand durch frischen Rosmarin von meiner Fensterbank und kann euch sagen: "Merita un bis!"

Zutaten für 2 sehr hungrige Personen
  • 500 g frische gefüllte Pasta
  • 20 Kirschtomaten
  • Rosmarin
  • 1/2 Schote grünen Chili
  • 4 Esslöffel Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
für die Deko
  • etwas Petersilie

Vorbereitung

Tomaten waschen und halbieren.

Chili waschen, entkernen und in feine halbe Ringe schneiden.

Rosmarinblättchen abzupfen.

Pasta in sprudelnd kochendes Salzwasser geben, den Herd ausstellen und zwei bis drei Minuten ziehen lassen.


Zubereitung

Öl, Tomaten, Rosmarin und Chili in einer Pfanne erhitzen. 

Sobald das Öl bruzzelt und der Rosmarin seinen Duft in der Küche verbreitet, die abgetropfte Pasta in die Pfanne füllen, mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken und gut durchschwenken.

Auf Teller verteilen, mit etwas frischer Petersilie dekorieren und sofort genießen.


Fazit

OK, ich gebe offen zu: "Zum Abnehmen ist diese Speise nicht geeignet." Aber man muss solches ja nicht jeden Tag essen. Ansonsten waren wir begeistert. Ein Stückchen italienisch, mediterranes "o sole mio" mitten im Winter auf dem deutschen Abendtisch. Da lächelte doch schon der Sommer kurz über den Tellerrand, was auch unsere Gesprächsthema bestimmte, es drehte sich nämlich um unseren nächsten großen Urlaub. 

Und das beste daran ist: Nur wenige Minuten, ein paar schnelle Handgriffe und schon steht dieses hinreißende Gericht auf dem Tisch.  

Einzig meine Vergesslichkeit trübte die Stunde, ich wollte nämlich noch einige feine Schnitze Parmesan darauf verteilen, bin extra vor dem Kochen nochmal losgefahren um ein schönes Stück zu kaufen und hab es dann vergessen. Als ich den letzten Bissen verzehrt hatte, fiel es mir wieder ein. Na ja, dann eben beim nächsten Mal. 


Samstag, 26. Januar 2013

Grünkohl mit Geräuchertem - deftig würzige Hausmannskost


Grünkohl, Kassler, Mettwurst, Speck und ein Kartöffelchen


Norden - Süden
Meer - Berge
Regen - Sonne
Grünkohl - Spätzle

So oder ähnlich könnte der Unterschied zwischen Norddeutschland und Süddeutschland kurz und knapp umrissen werden. Besonders interessant finde ich natürlich den letzten Punkt, nämlich: Grünkohl!

Bei uns im Süden eher selten auf den Speisekarten vertreten, gehört er im Norden wohl zu einem jener klassischen Rezepte, die jede Hausfrau schon als Kind zuzubereiten lernt. Quasi die Kochlektion, welche von der Mutter direkt im Anschluss nach der Einheit "Spiegelei braten" unterrichtet wird.

Und obwohl ich ganz aus dem Süden komme, dort geboren und aufgewachsen bin, ist mir der grüne Kohl kein Unbekannter und ich liebe ihn. Er gehört zu den klassischen Winterspeisen, denn bevor er schmeckt, muss klirrender Frost mit eisigen Fingern nach ihm gegriffen haben. Dann, zusammen mit Kassler, Speck und geräucherten Mettwürsten gekocht, kann man daraus ein deftiges Essen zubereiten, das nicht nur satt macht und gut schmeckt, sondern auch noch die Seele wärmt.

Zutaten für zwei Personen

  • 800 g Grünkohl, Tiefkühlware ist vollkommen OK
  • zwei Zwiebeln
  • Öl, besser Gänseschmalz
  • etwa 1/2 Liter Bouillon
  • Kartoffelmehl (Maizena), in etwas kaltem Wasser gelöst
  • zwei Scheiben Kassler Hals
  • zwei dicke Scheiben durchwachsenen geräucherten Speck
  • zwei geräucherte Mettwürste
  • Salz
  • Pfeffer

Vorbereitung

Zwiebeln würfeln.

Zubereitung

Die Speckscheiben in einem Topf mit etwas Öl anbraten.

Zwiebeln im selben Topf glasig dünsten, eventuell zusammen mit einen Teelöffel Gänseschmalz.

Grünkohl dazugeben und mit etwas Bouillon bis etwa einen Fingerbreit unter die Oberfläche des Kohls auffüllen.

Mettwürste dazulegen und den Deckel schließen.

Bei geringer Hitze ca. eine Stunde kochen.

Jetzt am besten den Ofen ausstellen. Das Gericht sollte über Nacht ziehen, damit der Speck und die Mettwürste das Raucharoma ganz in Ruhe an den Kohl abgeben können.

Am nächsten Tag, ca. 30 Minuten vor dem Servieren das Kassler auf den Kohl legen und nochmal eine halbe Stunde köcheln lassen.

Während des gesamten Kochvorganges immer überprüfen, ob die Flüssigkeit nicht verdampft ist. Falls doch, einfach wieder mit Bouillon ergänzen.

Danach Würste, Speck und Fleisch aus dem Grünkohl fischen und auf zwei Tellern drapieren. Kohl mit dem Kartoffelmehl andicken, salzen und pfeffern.

Zusammen mit Salzkartoffeln servieren.

Fazit

In der Flüssigkeit steckt ungeheuer viel Geschmack, sowohl vom Kohl, als auch von der Räucherware. Wenn der Sud durch das Kartoffelmehl an den Kohl gebunden wird, bekommt er eine wunderbar sämige Konsistenz und der ganze würzige Geschmack vermengt sich aufs wunderbarste mit der grünen Masse.

Einfach ein herrliches Wintergericht!

Sonntag, 13. Januar 2013

Rindfleisch im WOK - das macht Laune

Rindfleisch mit Paprika


Heute hab ich endlich mal wieder gewokt.

Ich hatte schon seit Wochen Lust dazu, doch kamen immer wieder andere Ideen in die Quere, die unbedingt gekocht werden mussten. Wie das eben so ist.

Gestern war ich einkaufen und beim Lieblingsmetzger lag ein verführerisch anzuschauendes Stück Rindfleisch in der Auslage, das ich auf jeden Fall haben wollte. Als es schließlich gekauft war, knobelte ich herum, was nun am besten damit anzufangen sei.

Tafelspitz? Neeee, heute keine Lust auf Meerrettich.
Schmorbraten? Neeeee, dafür war es schon zu spät.
Gulasch? Neeeee, danach stand mir nicht der Sinn.

Also blieb noch eines - choppen und woken.
Genau, das wars.

Noch schnell ein paar Paprika gekauft.
Austernsoße war auch leer, also schwups in den Wagen damit.
Ingwer? Normalerweise schon, aber heute nicht.
Frühlingszwiebeln - genau, die mussten auf jeden Fall dazu.
Und der der Knoblauch sah heute verführerisch aus. Ab in den Wagen damit.
Blieben noch Sesam, der schon seit Monaten ausgegangen war, Champignons und ein paar getrocknete chinesische Pilze.

Na prächtig, meine Laune sprengte alle Bande des Trübsinns, heraufbeschworen von der feuchtkalt nebligen Tristesse um mich herum.

Zutaten für zwei Personen

  • 400 g Rindfleisch
  • eine Schote Paprika rot
  • eine Schote Paprika grün
  • eine Schote frischen Peperoni
  • 5-6 Knoblauchzehen
  • 1 große Zwiebel
  • Einen Esslöffel Sesam
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 2 mittelgroße Champignons
  • eine Hand voll getrocknete chinesische Pilzemischung.
  • Erdnuss- oder WOK-Öl (wegen der Hitzebeständigkeit)
  • Sojasoße
  • Austernsoße
  • 1/8 l Hühnerbouillon
  • etwas Stärke

Vorbereitung

Rindfleisch in feine Scheibchen choppen.

getrocknete Pilze in lauwarmem Wasser einweichen.

Paprika in Streifen zerteilen.

Peperoni in kleine Scheiben schnippeln.

Knoblauch schälen ebenfalls in Scheiben schneiden.

Frühlingszwiebeln in kleine Röllchen hacken. 

Zwiebeln schälen und in Spalten zerteilen.

Wok aufheizen und den Sesam gefühlvoll darin anrösten, bis er duftet. Zur Seite stellen.

1/2 Teelöffel Speisestärke in einem Schluck kalten Wasser auflösen.


Zubereitung

Etwas Erdnussöl in den WOK geben, richtig heiß werden lassen und das Fleisch vollkommen ungewürzt darin anbraten. Immer nur sehr kleine Mengen nehmen, sonst zieht das Fleisch Wasser und wird trocken. Auch nicht gleich anfangen zu rühren, sondern erst mal ganz still liegen lassen, bis es schon fast durchgebraten ist. Das geht ziemlich schnell, bei dem Feinschnitt. Erst dann kurz wenden und wieder raus aus dem Wok. Wenn zu früh umgerührt wird, kühlt der WOK kurz ab und das Fleisch kocht, was es nicht soll. Wir wollen schließlich gebratenes.

Ist das Rind komplett, wird es zur Seite gestellt. Kurz warten, bis der WOK wieder richtig Hitze hat, ein Tröpfchen Öl hinein und ab geht's zur zweiten Runde.

Ab jetzt wird pfannengerührt, das heißt: Das Gargut wird ständig, ohne Pause gewendet.

Als erstes die Champignons kurz anbraten, dann die abgegossenen chinesischen Pilze dazugeben und 1/2 Minute pfannenrühren.

Zwiebeln dazu und wieder 1/2 Minute pfannenrühren.

Die roten Paprika dazu und 1/2 Minute pfannenrühren.

Grüne Paprika dazu, 1/2 Minute pfannenrühren.

Peperoni und Knoblauch dazu und jetzt alles zusammen nochmal 2-3 Minuten pfannenrühren.

Das Gargut sollte wie das Fleisch nur Portionsweise dazugegeben werden, damit der Wok nicht zu weit abkühlt, was unvermeidbar ist, gibt man zu viel kalte Zutaten auf einmal hinein.

Wenn alles Gemüse heiß ist, wird das Fleisch wieder dazu gegeben und kurz untergerührt.

Nun mit Soja- und Austernsoße kräftig abschmecken.

Bouillon dazugeben, alles nochmal gut durchrühren und mit der Speisestärke binden.

Anrichten, mit Frühlingszwiebeln und Sesam dekorieren und am besten mit einer Portion Reis genießen.


Fazit

Ich finde es mächtig Spaßig, im WOK zu kochen. Man kann erst mal alles in Ruhe schnippeln und dann eine Zutat nach der anderen in den Tiegel bringen. Beim Pfannenrühren schließlich ist wunderbar zu beobachten, wie sich das Gericht Schritt für Schritt entwickelt. Ein wunderschönes Bild entsteht und nicht nur das, die unterschiedlichen Duftnoten, die sich mit jeder Ingredenzie entwickeln sind ebenfalls phantastisch. Herrlich, das macht wirklich Laune. Und dazu schmeckt's noch prima, so würzig und knackig.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Muscheln zubereiten - nichts ist einfacher

Miesmuscheln mit Baguette

Muscheln bringen mich immer in Urlaubsstimmung. Egal ob Frankreich, Italien oder Spanien; gemütlich in einem Restaurant sitzen, dem Rauschen des Meeres lauschen, das rege Treiben in einem Yachthafen betrachten und dabei eine leckere Portion Muscheln genießen, das ist herrlich.

Das erste mal kostete ich sie in der Bretangne, als meine Frau mich dazu animierte. "Moules Frites", Muscheln mit Pommes wurden dort serviert, in einer winzigen Hafenkaschemme, direkt an den ausgedehnten Muschelfeldern der Region.

Mehr als skeptisch versuchte ich damals sehr sehr zaghaft eine der orangenen Meeresfrüchte und war sofort begeistert.

Zwischenzeitlich gehört der Gang ins Muschelrestaurant standardmäßig zum Urlaubsprogramm und auch daheim, wenn beim Fischstand schöne Exemplare angeboten werden, nehme ich ganz gerne zwei Portionen mit.

Was die Zubereitung angeht, so gibt es zahllose Rezepte, wie die schwarzen Meeresbewohner angemacht werden können. Sei es in Biersoße, Weinsoße, Tomatensoße, gegrillt, gebraten, gesotten - es ist  unglaublich, was sich mit Muscheln so alles anstellen lässt.

Ich mache sie am liebsten nach folgendem, ganz einfachen Rezept:

Zutaten für zwei Personen

  • 1,5 bis 2 kg Muscheln
  • zwei mittelgroße Zwiebel
  • 1/2 Stange Lauch (nur das weiße)
  • 1/2 Liter Gemüsebouillon
  • 1/4 Liter Weißwein
  • Olivenöl
  • Lorbeer
  • 7-8 Wachholderbeeren
  • 5-6 Pimentlörner
  • 5-6 Zehen Knoblauch
  • 1-2 Esslöffel creme fraîche
  • 1/2 Bund Petersilie
Vorbereitung

Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden.

Das Bouillon mit der Hälfte der Zwiebeln, einem Lorbeerblatt, Wachholderbeeren und Pimentkörner, auf die Hälfte einköcheln lassen.

Lauch in Julienne Streifen schneiden.

Knoblauch andrücken und in feine Würfel schneiden.

Petersilie abbrausen und hacken, nicht zu fein.

Muscheln waschen und den Bart abziehen. Das sind die kleinen grünen Fäden, die aus den Muscheln schauen. Sie werden einfach herausgezupft, mit der Hand oder einer starken Pinzette. Wenn ein paar Muscheln nicht ganz geschlossen sind macht das nichts, zerbrochene oder weit geöffnete Exemplare hingegen müssen aussortiert werden.

einzelne Miesmuschel


Zubereitung

Etwas Öl in einem ausreichend großen Topf erhitzen und die restlichen Zwiebeln, zusammen mit dem Lauch kurz anschwitzen. Achtung: das Gemüse sollte nicht bräunen.

Muscheln obenauf legen, mit Wein und dem reduzierten Bouillon übergießen, Knoblauch dazu, den Deckel auflegen und zum Kochen bringen.

Nach 8 Minuten sind die Guten in der Regel gar. Man erkennt das daran, dass sie weit geöffnet sind und mehr oder weniger kräftig orange leuchten.

Nun wird die Flüssigkeit abgegossen und in einem hohen Gefäß aufgefangen. Die Muscheln bleiben noch im Topf, damit sie nicht abkühlen.

Creme fraîche und einen Schuss Olivenöl zum Fond geben, mit dem Pürierstab aufschäumen. 

Muscheln auf Tellern anrichten, mit dem Sud übergießen und Petersilie darüberstreuen.

Dazu passt natürlich ein knuspriges Baguette.

Achtung: Nur solche Muscheln verzehren, die sich weit geöffnet haben. Exemplare die noch geschlossen oder nur einen winzigen Spalt offen sind, sollten unbedingt aussortiert werden, da sie wahrscheinlich schon schlecht sind. Bei Verzehr droht die Gefahr einer Muschelvergiftung, was wahrhaftig nicht spaßig ist!

Fazit

Ich liebe dieses Rezept. Die Muscheln schmecken hervorragend, vor allem wenn man den leckeren Sud mit Hilfe einer Schale, die wie ein Löffel verwendet wird, dazuschlürft.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Huhn in zimtwürziger Mandelsoße

Hühnerbrust in Mandelsoße mit gedünstetem Gemüse

Zimt gehört in die Adventszeit. Doch nicht nur im Gebäck oder in Süßspeisen schmeckt dieses Gewürz hervorragend, es lässt sich auch herrlich mit Fleisch kombinieren. Das zeigte uns schon "Guillaume Tirel", Alias Taillevent, der um 1380 Chefkoch am Hofe König Karls des V. von Frankreich war. 

Auf Basis seiner Rezeptesammlung entstand ein einflussreiches Kochbuch mit dem Titel "Le Viander", das die französische Küche über lange Zeit hinweg prägte. Unter anderem stammt auch dieses Rezept aus seinem Fundus, allerdings in Kleinigkeiten meinem Geschmack angepasst.


Zutaten für zwei Personen

  • 400 g Hühnerbrust
  • Salz
  • Pfeffer
  • Mehl
  • Zitronenabrieb von 1/2 Zitrone
  • Schmalz
für die Soße
  • 75 g gemahlene Mandeln
  • 1 Teelöffel Zimt
  • 1 Prise gemahlenen Ingwer
  • 1 Messerspitze gemahlene Nelken
  • 1 Messerspitze gemahlenen Kardamom
  • 1 Teelöffel braunen Zucker
  • etwas Butter
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 1/4 l. Geflügelbouillon
  • Salz
  • Pfeffer

Vorbereitung

Etwas Mehl in einer Schüssel mit dem Zitronenabrieb, Salz und Pfeffer gut vermischen.

Hühnerbrust trocken tupfen, in Streifen schneiden und im Mehl gut wenden.


Zubereitung

Etwas Butter in einem Topf auslassen und den Zucker darin auflösen. 

Die Mandeln hinzufügen und vorsichtig  anrösten, bis sie duften. 
Achtung! Obacht mit der Hitze, damit nichts verbrennt.

Mit dem Hühnerbouillon ablöschen.

Zitronensaft und Gewürze untermischen, dann ganz sachte einköcheln lassen, bis eine Bindung entsteht. Immer wieder umrühren.

Das Fleisch im Schmalz rundherum anbraten, auf einem Teller drapieren und mit der Soße überziehen.

Ich habe dazu serviert: Chicoree, Lauch und Tomaten in Salzbutter gedünstet.


Huhn nach einem mittelalterlichen Rezept zubereitet


Fazit

Das Gericht passt 100%ig in die Adventszeit. Die Süße von Zimt und Zucker harmoniert brillant mit der leicht säuerlichen Frische des Zitronensaftes. Dazu ergänzt würziges Aroma von Mandeln das knusprige Fleisch mit Character und Finesse. Ein ganz außerordentlicher Genuss. 

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Aus dem Buch: "Wie man eyn teutsches Mannsbild bey Kräfften hält! 
Die vergessenen Küchengeheimnisse des Mittelalters."
ISBN: 3-572-01032-2 im ORBIS Verlag

Freitag, 16. November 2012

gratiniertes Basilikumschnitzel von der Pute

Putenschnitzel mit Basilikum und Käse gratiniert


Zugegeben, was unsere bekannten Fernsehköche zu Tische bringen, sieht schon sehr verführerisch aus.

Spannend ist es, wenn Schuhbeck seine neuesten Ideen präsentiert.
Interessant ist es, wenn Lafer seine Kunstfertigkeiten zur Schau stellt.
Bemerkenswert ist es, wenn Rach sich mal wieder bei RTL blicken lässt.

Doch Hand auf's Herz: Wie viele von den raffinierten Gerichten haben wir tatsächlich schon mal nachgekocht?

Meistens fehlen die Grätschaften, die Zutatenlisten sind zu lang, die Fingerfertigkeit geht uns ab, alles ist zu kompliziert oder oder oder.

Zumindest geht es mir so. Gut. Ich schaue auch ganz gerne mal rein, in die ein oder andere Sendung á la "Lanz Kocht", aber irgendwie wird es dann doch schnell langweilig, wenn man schon nach 5 Minuten weiß: "Das werde ich nie nachkochen!"

Trotzdem angeregt zum Wunsch nach Inspiration, verkrümel ich mich dann ganz gerne auf "Youtube", stöbere rum und schau mal, was dort so alles gezeigt wird.

Unter anderem bin ich bei einer dieser Gelegenheiten auf den Thomas Sixt gestoßen, einen recht sympathischen Koch aus Österreich. Zumindest nach meinem Dafürhalten.

"THOMAS SIXTs Headcam Cooking, sponsored by peperita.tv". So beginnt er jede seiner Folgen.

Was mich daran so begeistert ist, mit welch einfachen Mitteln er neue und alte Ideen schnell und galant in die Tat umsetzt.

Keine Ingedenzienlisten, die Bücher füllen.
Keine Zutaten, die man nur in hochkarätigen Schlemmerläden bekommt.
Keine superkniffligen Kunstgriffe, die ein normaler Mensch sich erst nach 200 Jahren regelmäßigen Übens aneignen kann.

Nein. Nur ganz normale Alltagsküche, trotzdem raffiniert und trickreich, gewürzt mit der Erfahrung eines lang gedienten Koches und abgeschmeckt mit der Leidenschaft eines österreichischen Genießers. So kommt der Kamerad daher, ohne Schnickschnack und TamTam.

Und was wirklich zum Nachkochen anspornt, ist, dass alles leicht und in kurzer Zeit umsetzbar ist. Klasse, gefällt mir gut, eine wirkliche Bereicherung für's "World Wide Web".

Dort bin ich auch auf die Idee gestoßen, die ich heute vorstelle, nämlich das "gratinierte Basilikumschnitzel von der Pute".

Natürlich etwas abgewandelt, wie üblich, aber dennoch mit genauso viel Leidenschaft gekocht.

kleine Paprikaschoten in etwas Butter geschmort, sehr lecker

Zutaten pro Person

  • ein Putenschnitzel
  • Basilikum, 7-8 große Blättchen
  • geriebenen Käse, würzig sollte er sein
  • Salz
  • Pfeffer
  • Öl

Vorbereitung

Putenschnitzel mit viel Gefühl plätten, am besten eingeschlagen in eine Frischhaltefolie.

Basilikum waschen, die Blättchen vom Stängel zupfen.

Und schon kann es losgehen.

Zubereitung

In einer beschichteten Pfanne etwas Öl erhitzen.

Schnitzel von einer Seite mit Salz und Pfeffer würzen und sofort mit der Gewürzten Seite in die Pfanne legen. Sofort deswegen, damit das Salz keine Chance hat, dem Fleisch den Saft zu rauben.

Hat es Farbe angenommen, die andere Seite würzen und das leckere Scheibchen der geflügelten Freude wenden. 

Basilikum auflegen und mit Käse bestreuen.

Pfanne mit einem Deckel verschließen. Wer keinen Deckel hat, kann auch irgendetwas anderes nehmen. Es geht lediglich darum, dass sich die Hitze etwas stauen kann.

Ist der Käse zerlaufen, kann angerichtet werden.

Ich habe dazu kleine Paprikaschoten angeschmort, bei sehr niedriger Hitze, im geschlossenen Topf mit etwas Butter und ein paar Blättchen Rosmarin. Außerdem überkam mich plötzlich Lust auf eine Hand voll Ofenpommes aus dem ALDI, die ich mir bei dieser Gelegenheit einverleibte.

Fazit

Wirklich superschnell gemacht und trotzdem was besonderes. Das Fleisch war noch schön saftig, das Basilikum und der Käse ergänzten das feine Geflügel mit herrlichem Geschmack, zusätzlichem Saft und prickelnder Würze.

Das Video dazu will ich euch natürlich auch nicht vorenthalten.